60-jähriges Jubiläum LZ Westenholz


Vor 60 Jahren wurde der Löschzug Westenholz gegründet. Fahrzeugweihe als Auftakt für eine buntes Familienprogramm


Westenholz (al). Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 15. Mai feiert der Löschzug Westenholz sein 60-jähriges Bestehen. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr mit der Weihe des neuen Löschgruppenfahrzeuges, LF 20. Ein buntes Programm für die ganze Familie schließt sich rund um das Gerätehaus an der Westenholzer Straße an.


„Das Jubiläum und die Indienststellung des neuen Fahrzeuges sind gleich zwei erfreuliche Anlässe, die Tore am Gerätehaus für die breite Öffentlichkeit zu öffnen und nach langer Zeit wieder viele Besucher bei der Feuerwehr in Westenholz begrüßen zu können“, sind sich Löschzugführer Jörg Brunnert und sein Stellvertreter Stefan Schormann-Diekmann einig. Der Tag der offenen Tür beginnt um 10.30 Uhr mit der Fahrzeugweihe. Ab 11 Uhr findet dann über den ganzen Tag verteilt ein buntes Programm statt. Fahrzeugausstellungen mit historischen und neuen Feuerwehrfahrzeugen, Showübungen und vieles mehr bietet die Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr. Auch das erste Westenholzer Feuerwehrfahrzeug wird ausgestellt. Demonstriert wird beispielsweise das Löschen von brennendem Fett und welche verheerenden Folgen hier das Löschen mit Wasser hätte. Die Feuerwehrleute werden eine Fettexplosion vorführen. Außerdem wird ein Löschtraining mit einem Feuerlöscher angeboten. Den ganzen Tag stehen eine Hüpfburg sowie Wasserspiele und viele weitere Aktionen für Kinder bereit. Zu familienfreundlichen Preisen wird gegrillt und ab 14 Uhr öffnet ein großes Kuchenbuffet. Musikalische wird der Tag der offenen Tür vormittags von den Musikfreunden Westenholz und nachmittags vom Musikzug Lippling der freiwilligen Feuerwehr begleitet. Der Erlös des ganzen Tages der offenen Tür fließt der Westenholzer Jugendfeuerwehr zu.


Zu den Höhepunkten gehört sicher die Weihe des neuen Löschgruppenfahrzeuges, dass bereits Oktober 2020 in Westenholz seinen Dienst versieht, aber coronabedingt noch nicht offiziell übergeben werden konnte. Nach dreijähriger Lieferzeit wird das von Schlingmann auf Mercedes-Basis aufgebaute Fahrzeug in Dienst gestellt. Das vorrangig für Brandeinsätze konzipierte 300 PS starke Fahrzeug verfügt über zwei Pumpen, einen 2.000 Liter fassenden Wassertank, eine Kabine für neun Feuerwehrleute. „An vier Sitzplätzen können Atemschutzgeräte schon während der Fahrt zur Einsatzstelle angelegt werden“, erläutert Jörg Brunnert eine der Besonderheiten des neuen Fahrzeuges, das über Allradantrieb verfügt. Zudem ist das LF 20 mit Beleuchtung und Leitern nach Din ausgestattet. Mit dem neuen Löschgruppenfahrzeug LF 20 investiert die Stadt rund 330.000 Euro in die Sicherheit der Bürger.


Fotos: LZ Westenholz/A. Langer | Text: A. Langer

Jahreshauptversammlung LZ Westenholz

Löschzug Westenholz leistet 4.121 Stunden für die Sicherheit der Bürger


Westenholz (al). Unter stehenden Ovationen konnten bei der Jahreshauptversammlung des Löschzuges Westenholz Hubert Fulhorst und Siegfried Schäpermeier für 60-jährige Mitgliedschaft im Löschzug geehrt werden. Damit gehören die beiden fleißigen Feuerwehrleute zu den Gründungsmitgliedern des Löschzuges, der im Jahr 1962 seinen Dienst aufnahm. Beide wurden mit der Sonderauszeichnung des Landes NRW in Gold geehrt.


Nach der Begrüßung durch Löschzugführer Jörg Brunnert in der Fahrzeughalle des Gerätehauses, blickte Michael Bolte auf das zurückliegende Jahr. Einsatztechnisch hatte die 62 aktiven Feuerwehrleute ein leichtes Plus aufzuweisen und waren bei 70 Einsätzen gefordert. 21 Brandeinsätze und 35 technische Hilfeleistungen bildeten die Schwerpunkte des Einsatzgeschehens, für das 1.216 Stunden anfielen. Weitere Stunden leisteten die Feuerwehrleute bei Übungsdiensten und bei Aus- und Weiterbildungen, so dass unter dem Strich die stattliche Zahl von 4.121 Stunden zu Buche schlägt. Im Durchschnitt wurden von jedem aktiven Mitglied der Feuerwehr 69 Stunden geleistest.


Die stellvertretende Bürgermeisterin Anita Papenheinrich dankte den Feuerwehrleuten für ihren engagierten Dienst. „Ihr setzte auch freiwillig für andere Menschen ein und opfert eure Freizeit. Im Ansehen der Menschen steht die Feuerwehr zurecht ganz weit oben. Außerdem leistet ihr einen großen Beitrag in der Jugend- und der Seniorenarbeit“, lobte Anita Papenheinrich. Der Leiter der Feuerwehr, Johannes Grothoff zeigte sich besonders über die steigenden Aktiven Zahl sowie die wachsende Jugendfeuerwehr begeistert. „Das ist eine tolle Sache. In den letzten acht Jahren konnte die Feuerwehr im gesamten Stadtgebiet 50 neue Feuerwehrleute begrüßen. In die Jugendfeuerwehr sind 30 neue Mädchen und Jungen eingetreten. Da kann man nur Danke sagen“, unterstrich Johannes Grothoff.


Löschzugführer Jörg Brunnert lobte den Einsatz des scheidenden stellvertretenden Wehrführers Johannes Appelbaum. „Johannes Appelbaum ist der soziale Aspekt in der Wehrführung. Er weiß genau, auf wen er achten muss und wenn man sich kümmern muss. Das ist eine Gabe, die nicht viele besitzen“, dankte Jörg Brunnert.


Bei seiner letzten Jahreshauptversammlung beim Löschzug Westenholz sprachen dann auch Johannes Grothoff und Johannes Appelbaum gemeinsam zahlreiche Beförderungen aus. Zum neuen Brandoberinspektor wurde Tobias Rübbelke befördert. Neue Hauptbrandmeister sind Christoph Schäfermeyer und Danny Neukirch. Zu Oberfeuermännern und Oberfeuerwehrfrauen wurden Oliver Beine, Anna Kalek, Manuel Knaup, Jonas Rübbelke, Max Schienstock und Janek Schormann-Diekmann befördert. Die Schulterstücke eines Feuerwehrmannes trägt ab sofort Björn Rübbelke. Als Feuerwehrmannanwärter wurde Marius Düsterhus und als Feuerwehrfrauanwärterin Elisa Schienstock neu in den Löschzug aufgenommen.


Fotos & Text: A. Langer

Löschzug Ostenland stellt zwei Multitalente in Dienst

Stadt investiert 700.000 Euro in die Sicherheit der Bürger

Ostenland (al). „Die Anforderungen an eine moderne Feuerwehr haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Heute handelt es sich dabei um eine universelle Eingreiftruppe die ganz viele Aufgabenbereiche abdeckt. Mit den Aufgaben verändert sich auch die eingesetzte Technik, so dass auch die Fahrzeugtechnik verändert und immer wieder angepasst werden muss. Die Feuerwehr ist ein elementarer Mosaikstein der Sicherheit und wir wollen unsere freiwilligen Kräfte immer mit der bestmöglichen Technik ausstatten“, erläuterte Bürgermeister Werner Peitz die Neuanschaffung eines Gerätewagens Logistik sowie eines speziellen Wald- und Flächenbrandlöschfahrzeuges. Insgesamt hat die Stadt Delbrück hier 700.000 Euro investiert.


Im Rahmen der Jahreshauptversammlung stellte der Löschzug Ostenland ein Gerätewagen Logistik sowie eine Tanklöschfahrzeug 3000 (kurz TLF 3000) offiziell in Dienst. Das Tanklöschfahrzeug dient dem Wassertransport und der Brandbekämpfung in schwierigem Gelände. Der geländegängige Unimog verfügt über 230 PS und kann mit drei Feuerwehrleute besetzt werden. Das TLF wird bei Bränden für den Wassertransport eingesetzt und ist besonders für schwieriges Gelände wie Wälder oder offenes Gelände geeignet. Der eingebaute Wassertank fasst 4.000 Liter Wasser und die eingebaute Pumpe kann 3.000 Liter Wasser pro Minute fördern. Der Unimog verfügt über einen Reifendruckregelanlage, eine Dachluke für das Löschen von Wald- und Flächenbränden während der Fahrt, Frontsprühdüsen zum Eigenschutz sowie ein auf dem Dach montierten Wasserwerfer. Das seit September in Ostenland befindliche Fahrzeug hat seine herausragenden Eigenschaften bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Der Anschaffungspreis lag bei rund 340.000 Euro.


Seine Vielseitigkeit hat auch der neue Gerätewagen Logistik bereits mehrfach bewiesen. Nicht nur dass das Fahrzeug mit einem Scania-Fahrgestell Teil des ersten Delbrücker Hilfskonvois an die polnisch-ukrainische Grenze war, auch im Feuerwehralltag wurde das Fahrzeug zum Transport der verschiedensten Materialen bereits eingesetzt. Der Gerätewagen Logistik verfügen über einen 320 PS starken Motor, besitzen einen Allradantrieb und ist geländegängig. Das Fahrzeug bietet sechs Feuerleuten Platz und ist mit 1.300 Metern B-Schläuchen sowie einem 5.000 Liter fassenden Faltbehälter ausgestattet. Auch das Zubehör wie Schlauchbrücken, Tragkraftspritze sind hier verlastet. Übe die Ladebordwand am Heck kann der Gerätewagen je nach Einsatzgeschehen mit fünf verschiedenen Rollcontainern beladen werden. Die Ölbeseitigung, der Hochwasserschutz oder Wassertransport können so abgedeckt werden. In den Gerätewagen investiert die Stadt rund 360.000 Euro.


„Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit der Feuerwehrleute. Was hier ehrenamtlich geleistet wird, ist sehr beeindruckend. So ist eine zeitgemäße Ausstattung selbstverständlich. Außerdem können wir hoffentlich ab Sommer mit der Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Ostenland beginnen“, machte Werner Peitz deutlich und übergab die Schlüssel für die beiden Fahrzeuge an den Leiter der Feuerwehr, Johannes Grothoff. „Wir wissen den Einsatz von Rat und Verwaltung für die Feuerwehr sehr zu schätzen“, so Grothoff, der versprach die Fahrzeuge immer gut zu pflegen. Vikar Ralf Josef Frenzel sprach mit Blick auf die vielen Feuerwehrleute im Ostenländer Pfarrheim: „Es ist ein Segen, dass so viele Menschen immer bereit sind, Hilfe zu bringen.“ Er segnete die Einsatzkräfte wie auch die Fahrzeuge. „Mein Dank gilt allen Feuerwehrleuten, die das jeweilige Fahrzeugkonzept entwickelt haben und sich auf den neuen Fahrzeugen haben schulen lassen“, unterstrich Löschzugführer Peter Bathe.


Text und Bild: A. Langer

Hilfskonvois für die Ukraine

2 Hilfskonvois unter Beteiligung der Feuerwehr Delbrück haben Ihren Weg an die Polnisch-Ukrainische Grenze gefunden. Ein Erfahrungsbericht von Axel Langer, welcher selbst den ersten Konvoi als Fahrer begleitet hat.


Delbrück (al). Es ist kurz vor 6 Uhr in der Früh. Der schnelle Kaffee zu Hause tut gut. Noch ist es dunkel. Nach und nach treffen die einzelnen Fahrzeuge des Delbrücker Hilfsgütertransport auf dem Parkplatz Laumes Kamp ein. Der Konvoi aus 13 Fahrzeugen vom Pkw über Sprinter, zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge, Sattelzüge und sogar ein Gigaliner treten bis unter das Dach vollgepackt die 1.270 Kilometer nach Medyka in der Nähe des polnischen Przemysl an. Schon in den Tagen zuvor haben viele fleißige Hände geholfen, tonnenweise Hilfsgüter, Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel zu packen und zu verladen. Eine kurze Anfrage von Konvoileiter Stefan Gutzmann und die Motoren werden angelassen. 35 Helfer machen sich auf den Weg.


Zusammen mit Nils Schadwinkel und dem Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer fahre ich einen Transporter mit Anhänger. Es ist ganz still im Transporter, als wir Delbrück verlassen. Jeder macht sich so meine Gedanken. Mir geht es da nicht anders. Was erwartet uns vor Ort? Wie kommen wir durch? Können wir tanken? Werden wir brenzlige Situationen erleben? Meine Gedanken bleiben an einer schlimmen Erinnerung hängen: Auf einer Studienfahrt in den Norden Israels musste ich als junger Mann plötzlich Zuflucht in einem Luftschutzbunker suchen. Es wurde ein Raketenbeschuss gemeldet. Die Raketen wurden abgefangen und es ist glücklicherweise nichts passiert, aber das Gefühl war schlimm. Auch jetzt fahren wir an den Rand eines Kriegsgebietes. Dann fallen mir die vielen ukrainischen Flüchtlinge ein, die unverschuldet ihre Heimat, ihre Wohnungen und vielleicht auch schon Familienmitglieder oder Freunde verloren haben. Mit dem Entschluss, diesen Menschen muss geholfen werden, wische ich die Erinnerungen beiseite.


Es wird hell und mir fällt auf, dass viele Hilfskonvois unterwegs sind. Spanier, Niederländer, Belgier, Franzosen, Engländer, aus ganz Europa sind Fahrzeuge in Richtung Ukraine unterwegs. Immer wieder überholen uns Fahrzeuge mit gelb-blauen Fahnen. Sind das viele, denke ich beeindruckt. Aber so groß wie der Delbrücker Transport ist kein anderer. Regelmäßig machen wir Pause und wechseln die Fahrer. Schnell richten Lennard Hils und Wolfgang Simsch eine kleine Küche her. Der heiße Kaffee tut gut. Immerhin haben wir noch Minustemperaturen. Am späten Nachmittag sind wir an der deutsch-polnischen Grenze. Wir sind gut durchgekommen, kein Stau. In der Nähe von Breslau versuchen wir zu tanken. Achselzuckend steht der Tankwart vor uns. „Er ist blank, hat keinen Diesel mehr“, übersetzt Marlena Wroblewska. Die junge Frau stellt sich der großen Aufgabe uns durch Polen zu lotsen und zu übersetzen. Das macht sie richtig gut. Unsere mitgeführte Tankstelle kommt zum Einsatz, 1.200 Liter Diesel sind unsere Reserve. Noch haben wir ein bisschen was im Tank und fahren weiter. Bei Krakau sind wir dann erfolgreich. Problemlos bekommen wir als Hilfskonvoi unsere Tanks vollgefüllt. Die Polen dagegen bekommen nichts. Was andernorts großes Gezeter ausgelöst hätte, nehmen die Polen, mal gelassen, mal bewusst hin. „Ihr seid jetzt wirklich wichtig. Ihr helft uns, der Ukraine zu helfen. Das ist großartig. Wenn der russische Staat den Bruderstaat Ukraine nicht will, sind wir eben der große Bruder. Wir müssen zusammenhalten“, sagt mir ein Pole, der selber gerade leer ausgegangen ist und wünscht uns eine gute Fahrt.


Als ich dann in den Abendstunden das Steuer übernehme, fällt mein Blick auf das Thermometer auf Auto. Minus acht Grad bei Kattowitz versprechen eine eisige Nacht. Gegen drei Uhr haben wir die Paderborner Partnerstadt Przemysl erreicht. Statt in einer bitterkalten Kaserne übernachten wir in einem Studentenwohnheim. Marlena Wroblewska hat die neue Unterkunft organisiert. Auch die 3er und 4er Zimmer waren seit Tagen nicht beheizt, aber doch etwas wohliger als die Kaserne. Schnell krabbel´ ich in den warmen Schlafsack und bin eingeschlafen. Ab acht Uhr soll entladen werden und da noch rund zehn Kilometer nach Medyka zu fahren sind, geht es früh weiter. Schnell ist der Konvoi wieder formiert und es geht über die Europastraße 40 auf das Gelände einer Spedition. Von hier aus sind es nur wenige hundert Meter bis zur polnisch-ukrainischen Grenze. Parallel zur Europastraße verläuft die Grenze. Wie es wohl dahinter aussieht? Wie geht es den Menschen? Die Region bis Lwiw, etwa 110 Kilometer entfernt, galt bis dahin als ruhig. Doch das sollte sich ändern.


Mir fallen viele Polizeifahrzeuge auf, die unterwegs sind. In unmittelbarer Grenznähe ist die Europastraße 40 durch die Polizei gesperrt. Nach einer Runde durch Medyka finden Stefan Gutzmann und Marlena Wroblewska die Zufahrt zur Spedition. Aus vielen Daumen gibt es ein „Daumen hoch“ für unseren Konvoi. Kein böses Wort, wenn wir am Straßenrand halten und uns orientieren müssen. „Wir verladen nun doch nicht auf Eisenbahnwaggons, sondern auf vier ukrainische Sattelzüge. Die Lkwfahrer passen auf die Hilfsgüter auf und bringen diese nach Lwiw. Die Waggons könnten irgendwo stranden, geplündert werden oder sogar dem Russischen Militär in die Hände fallen“, erklärt Marlena Wroblewska die nachvollziehbare Entscheidung.


Die flache Landschaft steigt auf der ukrainischen Seite zu einer sanften Hügellandschaft an. Immer wieder sieht man Rauchsäulen im Hinterland aufsteigen. Heute weiß ich, dass hier Sammelpunkte vom russischen Militär angegriffen wurden, an denen sich Freiwillige aus ganz Europa zusammenfinden, um auf ukrainischer Seite gegen den russischen Angreifer zu kämpfen. Uns wird klar, die Situation ist angespannt und unübersichtlich. Die Bitte der Spedition, möglichst vom Gelände aus keine Posts absetzen, keine digitale Spuren der Handys zu hinterlassen und keine Gebäudeinfrastruktur im Foto zeigen, bestärkt dieses Gefühl. Es wird schlagartig klar, dass der Hilfsgütertransport am Rande eines Kriegsgebietes operiert. Mit Hilfe von Marlena Wroblewska suche ich das Gespräch mit der Speditionsleitung. Ich möchte in Erfahrung ob und wie ich vor Ort Fotos machen kann. Ich stoße auf Entsetzen und zunächst Ablehnung. Nachdem ich verspreche, selbstverständlich keine Gebäude von außen, keine ukrainischen Lkw´s oder gar deren Fahrer zu zeigen, darf ich Fotos machen. Noch vor 24 Stunden hätte ich nicht geglaubt mir über solche Dinge Gedanken machen zu müssen. Aber die Sorge der Spedition sich zur Zielscheibe für wie auch immer geartete Racheakte zu machen, ist nicht von der Hand zu weisen.


Die Hilfsgüter werden abgeladen, in die vier Lkws umgeladen oder im Magazin der Spedition untergestellt. Die ukrainischen Fahrer sind mit großem Engagement bei der Sache. Die Fahrer sind sich der Gefahr für sie bewusst, strahlen aber bei der Ansicht der zahllosen Paletten. „So viele Hilfsgüter in die Ukraine liefern zu dürfen, macht uns stolz. Diese Mengen helfen uns wirklich weiter“, übersetzt Marlena Wroblewska. Die Fahrer packen kräftig mit an und werden ein paar Tage regelmäßig in das knapp 120 Kilometer entfernte Lwiw pendeln um alle Hilfsgüter aus dem Lager der Spedition zu holen. In Lwiw werden die Paletten neu sortiert. „Wir wissen genau, wo wir die Hilfsgüter hinbringen. Dort werden sie neu zusammengestellt und je nach Personenzahl der Empfänger sortiert“, lassen die Fahrer wissen. Das ist Einsatz. Unsere sicher anstrengende Fahrt über 21 Stunden kommt mir angesichts der Aufgabe für die ukrainischen Trucker als ziemlich gering vor.


Frühzeitig fährt Martin Steffens nach Przemysl zurück. Er nimmt fünf geflüchtete Personen mit nach Delbrück. Auch der Konvoi macht sich bald auf den Rückweg. Die ganze Nacht soll mit regelmäßigen Wechseln gefahren werden. Auf der Rückfahrt leistet die eigene „Tankstelle“ wieder wertvolle Dienste und ermöglicht die Weiterfahrt.

Auf einer Raststätte treffen die Delbrücker zufällig auf einen Bus mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie deren Müttern auf seiner Fahrt nach Deutschland. Begleitet werden sie von zwei jungen Pfadfindern. Bei uns gibt es Hot Dogs und wir kommen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass die Menschen im Bus keine Verpflegung mehr hatten. Schnell waren ein paar weitere Würstchen heiß gemacht, Brötchen geschnitten und die für die Konvoifahrer geplanten Lunchpakete hervorgekramt und unter den Flüchtenden verteilt. „Ich hätte nie geglaubt, Mitten in Europa in leuchtende Kinderaugen zu blicken, die sich über ein paar Heißwürstchen, einen Apfel oder Gummibärchen freuen“ spricht Michael Strunz aus, was alle im Konvoi denken.


Unsere Hilfe wird auf dem Rückweg durch Polen ein weiteres Mal benötigt, als uns ein Konvoi aus Fulda anspricht. Einem Geschwisterpärchen geht es nicht gut. Kreislaufprobleme und Unterkühlung mach der zwölfjährigen und ihrem achtjährigen Bruder zu schaffen. Ein Fuldarer Fahrzeug reiht sich in unseren Konvoi ein und fährt bis Dresden mit uns mit. Ein warmer Schlafsack und ein paar wärmende Getränke haben ihre Wirkung nicht verfehlt. In Dresden geht es den beiden schon wieder besser. Es gibt noch etwas warmes zu Essen und wir nehmen die letzte Etappe in Angriff.


Am Sonntag morgen wird Delbrück wohlbehalten erreicht. „Es hat alles gut geklappt. Unser Plan ist aufgegangen und wir haben alle die Gewissheit für die richtige Seite etwas getan zu haben. Das ist ein gutes Gefühl“, resümierte Konvoileiter Stefan Gutzmann müde aber zufrieden. Glücklicherweise ist die Solidarität in Delbrück sehr groß und lässt auch nicht nach. Am vergangenen Freitag konnte daher ein zweiter Hilfsgütertransport starten. Die drei Sprinter mit Anhänger haben für 50.000 Euro Spendengelder erworbene Medikamente sowie weitere Lebensmittelspenden an Bord und bringen diese nach Medyka. Unter dem Kennwort DRK Ukraine-Hilfe werden weiterhin Geldspenden gesammelt. Die Bankverbindung lautet DE67 4725 1740 0000 0111 14.


Text und Bilder: A. Langer

Zwei neue Gerätewagen Logistik für die Feuerwehr Delbrück

Ostenland/Bentfeld. Es ist für Feuerwehrleute immer ein besonderer Moment, ein neues Fahrzeug in Empfang zu nehmen. Einen bislang in der Geschichte der Delbrücker Feuerwehr einmaligen Moment konnten nun einige Feuerwehrleute aus Ostenland und Bentfeld erleben.Sie holten zwei fast identische neue Gerätewagen Logistik beim Hersteller in Rendsburg (Schleswig-Holstein) ab und überführten die nagelneuen Einsatzfahrzeuge nach Delbrück. Am Feuerwehrgerätehaus in Ostenland nahm der Leiter der Feuerwehr, Johannes Grothoff, die Neuankömmlinge in Empfang. Die Stadt investiert mit den Fahrzeugen etwa 760.000 Euro in den Schutz der Bevölkerung.

„Das sind richtig tolle Fahrzeuge. Die Konzepte für die Fahrzeuge wurden in den Löschzügen erarbeitet. Hier hat man sich viele Gedanken gemacht. Dafür herzlichen Dank an alle Beteiligten“, ist Johannes Grothoff begeistert. In Ostenland wird der Gerätewagen Bestandteil des Wassertransportzuges, in Bentfeld ist der neue 17-Tonner Teil des Wasserrettungszuges. Beide Fahrzeuge verfügen über einen 320 PS starken Motor, besitzen einen Allradantrieb und sind geländegängig. Der Hersteller Ziegler hat jeweils auf einem Scania-Fahrgestell fast identische Gerätewagen aufgebaut. Beide Fahrzeuge bieten sechs Feuerwehrleuten in der Fahrerkabine Platz.

Allerdings gibt es beim Ausbau der beiden Fahrzeuge kleine Unterschiede. So verfügt das Ostenländer Fahrzeug über ein seitliches Fach, in dem 1300 Meter B-Schläuche zusammengekoppelt verlastet sind. Diese können im Einsatzfall bei langsamer Fahrt ausgerollt werden. „Das bringt große Zeitersparnis, wenn im Einsatz eine lange Wegestrecke mit Schlauchleitungen aufgebaut werden muss“, sagt Ostenlands Zugführer Peter Bathe. Auf der Ladefläche verfügen beide Fahrzeuge über ein separates Gerätefach sowie eine große Ladefläche mit Ladebordwand. Bis zu fünf Rollcontainer finden in den Fahrzeugen Platz. Weitere B-Schläuche sind in einem der Container verladen. Außerdem sind Materialien zur Beseitigung von Ölspuren sowie ein Container mit Gerätschaften zum Hochwasserschutz wie Tauchpumpen und Flitschen dabei. Beide Fahrzeuge verfügen über eine LED-Umfeldbeleuchtung.

Mit der Anschaffung der beiden Gerätewagen Logistik folgt die Stadt den Anforderungen des aktuellen Brandschutzbedarfsplanes. Die Planung der Fahrzeuge hat vor drei Jahren begonnen. „Wir haben uns verschiedene Fahrzeuge angesehen und Ideen gesammelt. Daraus kristallisierte sich dann ein Konzept für die Fahrzeuge heraus“, freut sich auch Bentfelds Zugführer, Stefan Peitz, über die Verstärkung im Fuhrpark. Der Ostenländer Gerätewagen steht künftig in einer Halle im Gewerbegebiet Osterloher Straße und wird im zweiten Abmarsch besetzt. „Das Fahrzeug ist für unser Gerätehaus einfach zu groß und kann erst im neuen Gerätehaus vor Ort stationiert werden“, sagt Peter Bathe.

Text/Foto: Axel Langer

Neues TLF 3000 beim Löschzug Ostenland

Der Löschzug Ostenland hat vor kurzem ein neues Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt. Jetzt wurde auch die Beklebung fertig gestellt.


Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Unimog U 5023 mit Aufbau der Firma Schlingmann. Das Fahrzeug besitzt neben der Normbeladung eine Reifendruckregelanlage, einen 4000 Liter Wassertank und Front- Sprühdüsen zum Selbstschutz. Dazu hat das Fahrzeug eine Dachluke, um während der Fahrt (Pump & Roll Betrieb) Wasser abzugeben sowie einen demontierbaren Wasserwerfer, welcher auch mit einem Bodengestell im Stand-Alone Betrieb laufen kann.


Die Beklebung wurde, wie bei der Feuerwehr Delbrück mittlerweile üblich, von der Firma Design112 angebracht.


Fotos: Feuerwehr Delbrück/M. Timmermann

Löschzug Ostenland spendet im Doppelpack

Gleich zwei symbolische Spendenschecks in Höhe von jeweils 500 Euro konnte der Löschzug Ostenland in diesen Tagen übergeben. Zum einen unterstützt der Löschzug die Gestaltung des neuen Dorfplatzes in Ostenland. Hier gehen 500 Euro an die Dorfwerkstaat des Heimatvereins Ostenland. Weitere 500 Euro kommen den Betroffenen der Flutkatastrophe zu Gute. Das Geld wird der Feuerwehr in Schleiden im Kreis Euskirchen zur Verfügung gestellt. Die Schleidener Feuerwehr war im Sommer schwer von den Wassermassen betroffen. Diese Spende wird von der Feuerwehr zum Wiederaufbau eingesetzt. „Wir setzen damit ein Zeichen der Solidarität, vor Ort, aber auch in den Hochwassergebieten“, so Löschzugführer Peter Bathe. Die Spenden stellten für den Löschzug Ostenland der Zugführer Peter Bathe (von links), Kassierer Dietmar Neiske, Schriftführer Stefan Großekämper und der stellvertretende Zugführer Jörg Rodehutskors bereit. al / Foto: Axel Langer

Modul 3 erfolgreich abgeschlossen

12 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließen erfolgreich das Modul 3 ab.


In den vergangenen 4 Wochen schlossen insgesamt 12 junge Feuerwehrleute aus Delbrück und Hövelhof erfolgreich das Modul 3 ab. An 10 Terminen mit insgesamt absolvierten 480 Lehrgangsstunden und 218 Ausbilderstunden wurde das Kernthema „Einheiten im Löscheinsatz“ behandelt.

Dabei ging es um Einsatzgrundsätze und die Durchführung in Theorie und Praxis. Dazu gehörte zum Beispiel die Löschwasserentnahme aus offenem Gewässer und Hydranten, der Löschangriff mit verschiedenen Strahlrohtypen sowie die Vornahme eines Mehrzweckschaumrohres.


Somit fehlt den Absolventen nur noch das Modul 4 (Technische Hilfeleistung), um die Modulausbildung komplett abzuschließen. Alle weiteren Lehrgänge finden dann auf Kreisebene statt.


Fotos: Feuerwehr Delbrück | Jörg Neiske

Hohe Auszeichnungen beim Leistungsnachweis

Am vergangenen Samstag konnten sich die Feuerwehren des Kreises Paderborn beim Leistungsnachweis am Airport-Forum am Flughafen Paderborn/Lippstadt coronakonform messen. Dabei galt es verschiedene Disziplinen zu absolvieren. Dazu gehören ein Löschangriff an einer offenen Wasserentnahmestelle, Knoten und Stiche, eine Übung zur Ersten Hilfe sowie das Beantworten von Fragen zu feuerwehrtechnischen Themen sowie zum Allgemeinwissen.

Die Löschzüge der Feuerwehr Delbrück waren mit mehreren Gruppen vor Ort und legten die Prüfungen erfolgreich ab. Ganz besondere Auszeichnungen wurden an die Gruppe des Löschzuges Ostenland verliehen. Der ehemalige Löschzugführer Paul Bathe nahm bereits zum 40. mal erfolgreich an den Wettkämpfen teil. Auch Jens Fortmeier von der Ostenländer Wehr konnte mit der 30. Teilnahme ein Jubiläum feiern.

Überörtliche Hilfeleistung in Hochwassergebiet

Am Dienstagabend und Mittwoch wurden Teile von NRW von einem der schlimmsten Hochwasserereignisse der vergangenen Jahrzehnte heimgesucht.


Regentief Bernd sorgte in Teilen des Sauerlandes und im Bergischen Land mit teilweise bis zu 200 Litern Regen pro m² für teils apokalyptische Szenen. Gegen Abend erfolgte dann unter anderem die Alarmierung der Bereitschaft 3 (Paderborn/Höxter) innerhalb der Bezirksreserve der Bezirksregierung Detmold. Somit setzte sich gegen 21:00 Uhr ein Konvoi aus 23 Fahrzeugen (davon 4 von der Feuerwehr Delbrück aus den Löschzügen Ostenland und Boke) Richtung Altena in Bewegung.


Nach Eintreffen in der Nacht wurde zusammen mit Fahrzeugen vom THW und der Bundeswehr versucht, sich in den Ortskern vorzuarbeiten. Eine Wasserhöhe von knapp 2 Metern und bergeweise Schutt, Geröll und Unrat erschwerte das Vorhaben bzw. machte es stellenweise unmöglich. Unzählige Häuser, Keller und Tiefgaragen wurden von den Kräften leer gepumpt, Straßen wieder passierbar gemacht. Am Folgetag setzten sich in den Mittagsstunden 80 frische Kräfte in Bewegung, um die Kameradinnen und Kameraden vor Ort abzulösen.


Diese Ablösung arbeitete dann bis in die Nacht auf Freitag weiter im Stadtkern von Altena, bevor es dann wieder Richtung Heimat ging.


Belastend war der Einsatz für die eingesetzten Kräfte aller Hilfsorganisationen gleich durch mehrere Gegebenheiten. Zur allgemein großen Zerstörung gesellten sich unter Anderem die vielen schweren Einzelschicksale und das Bekanntwerden des Todes mehrerer Kameraden, die im Einsatz gestorben sind.


Ausdrücklich hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen, sei es beispielsweise das THW, das Rote Kreuz und auch mit den Kräften der Bundeswehr.


Fotos: Feuerwehr Delbrück