Fahrzeugübergabe und FGH-Erweiterung Westenholz

Delbrück-Westenholz. Mit einem Tag der offenen Tür feierte der Löschzug die offizielle Einweihung des erweiterten Feuerwehrgerätehauses und der Übergabe des neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs HLF20. In den verbesserten Schutz der Bevölkerung hat die Stadt Delbrück insgesamt rund 1,3 Millionen Euro investiert.

Bereits zwölf Jahre nach Errichtung des Gerätehauses im Jahr 2014 war eine Erweiterung in Form eines zweigeschossigen Anbaus für rund 760.000 Euro notwendig geworden. Konzipiert seinerzeit für 40 Feuerwehrleute, zählt der Löschzug Delbrück heute 63 aktive Einsatzkräfte.  

Notwendig wurden mit Blick auf neueste Anforderungen beim Arbeitsschutz und der Hygiene neue geschlechterneutrale Toilettenanlagen, erweiterte Umkleidebereiche mit konsequenter Schwarz-weiß-Trennung sowie eine Netzersatzanlage, die das Gerätehaus auch in Krisenzeiten mit Strom versorgt. Ähnlich wie beim Neubau hat auch diesmal wieder der Förderverein der Feuerwehr unter Vorsitz von Gerd Meiwes die Planung und deren Umsetzung in den Jahren 2024/2025 massiv unterstützt. 

Das neue, rund 550.000 Euro teure Hilfeleistungslöschfahrzeug (Aufbau Schlingmann, Fahrgestell Mercedes Benz) löst einen 22 Jahre alten Vorgänger ab, der als Ausbildungsfahrzeug für die Kreisausbildung der Feuerwehr in Büren-Ahden auch weiter im Dienst steht.  

Den starken personellen Zuwachs beim Löschzug wertete Delbrücks Bürgermeister Johannes Lindhauer als Zeichen für desen Vitalität. Das Gerätehaus bietet jetzt Platzt für bis zu 90 Einsatzkräfte. Lindhauer bezeichnete das Gerätehaus als ein „modernes Zuhause für eine schlagkräftige Wehr“. Wehrleiter Heinz Noje nannte das Gerätehaus und das neue Fahrzeug „Investitionen in die Sicherheit der Feuerwehr und der Bürger“. Kreisbrandmeister Stephan Reckhaus sprach von einem besonderen Tag für Westenholz.  Das erweiterte Gerätehaus stärke auch den Katastrophenschutz.  

Für sein Engagement im blauen Rock und seine großen Verdienste innerhalb des Löschzuges Westenholz zeichnete der Verband der Feuerwehren der Stadt Delbrück Unterbrandmeister Reinhold Strohmeier mit der silbernen Ehrennadel aus. Erste Gratulanten waren Vorsitzender Ralf Fischer, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Delbrück, und Heinz Noje, Leiter der Feuerwehr Delbrück.  

Text und Bilder: Ralph Meyer

Unwetter im Delbrücker Land

Delbrück. Die Starkregen- und Sturmeinsätze haben auch der Feuerwehr Delbrück ein unruhiges Wochenende beschert. Insgesamt mussten die sechs Löschzüge der Feuerwehr zu 79 Einsätzen ausrücken. Los ging es am Freitagabend (29.05.) gegen 19.15 Uhr, als eine Gewitterfront mit starken Sturmböen und und heftigen Regenschauern über die Stadt mit dem schiefen Kirchturm hinwegzog und im gesamten Stadtgebiet schwere Unwetterschäden hinterließ.

Da der Löschzug Delbrück gerade seinen wöchentlichen Dienstabend beginnen wollte, veranlasste Heinz Noje, Leiter der Feuerwehr Delbrück, umgehend die Einrichtung einer Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) im Gerätehaus an der Delbrücker Südstraße.

Bereits wenig später gingen zahlreiche Notrufe wegen umgestürzter Bäume und weiterer sturmbedingter Schäden ein. Die eingehenden Meldungen wurden von der Einsatzleitung koordiniert und priorisiert und anschließend an die einzelnen Löschzüge verteilt. Bis spät in die Nacht waren die Einsatzkräfte im Einsatz, um Gefahrenstellen zu beseitigen, Verkehrswege freizumachen und die Sicherheit der Bürger wiederherzustellen.

51 Einsatzstellen wurde im der Nacht von Freitag auf Samstag abgearbeitet. Um weitere 18 Einsatzstellen kümmerten sich die Feuerwehrwehrleute am Samstag ab 7 Uhr morgens.

Text: Ralph Meyer, Fotos: Feuerwehr Delbrück

100 Jahre Feuerwehr Lippling – Ein Jubiläum, das begeistert hat


Delbrück-Lippling. Drei unvergessliche Tage liegen hinter dem Löschzug Lippling und dem gesamten Ort. Mit einem großen Jubiläumswochenende hat der Löschzug sein 100-jähriges Bestehen gefeiert und dabei eindrucksvoll gezeigt, was mit ehrenamtlichem Engagement, Gemeinschaftssinn und enormem Zusammenhalt möglich ist.

Schon Wochen und Monate vor dem Fest war spürbar, mit wie viel Herzblut die Vorbereitungen liefen. Unzählige Stunden wurden von den Kameradinnen und Kameraden, den Familien und vielen freiwilligen Helfern investiert, um ein Fest auf die Beine zu stellen, das diesem besonderen Anlass gerecht wird. Dass dies gelungen ist, war am gesamten Wochenende deutlich zu spüren. Immer wieder war von Besucherinnen und Besuchern zu hören, wie beeindruckend die Organisation, die Atmosphäre und das gesamte Erscheinungsbild des Jubiläums gewesen seien. Viele sprachen von einem außergewöhnlichen Fest, das weit über die Ortsgrenzen hinaus in Erinnerung bleiben wird.

Den Auftakt machte am Donnerstagabend die große Malle-Party. Bereits früh füllte sich das Festzelt mit Feiernden aus Lippling und der gesamten Umgebung. Für beste Stimmung sorgte dabei Nancy Franck, die mit ihrer energiegeladenen Bühnenshow und bekannten Partyhits das Publikum schnell mitriss. Im voll besetzten Festzelt wurde ausgelassen gefeiert, getanzt und bis tief in die Nacht gemeinsam der Start in das Jubiläumswochenende eingeläutet. Die Stimmung am ersten Abend hätte kaum besser sein können und machte direkt deutlich, dass dieses Jubiläum etwas ganz Besonderes werden würde.

Der 1. Mai stand im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Löschzug Lippling“ ganz im Zeichen des großen Feuerwehr Familientages und entwickelte sich zu einem außergewöhnlichen Besuchermagneten. Über den gesamten Tag verteilt konnten rund 5.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Festgelände begrüßt werden. Familien, Feuerwehrinteressierte sowie zahlreiche Gäste aus der gesamten Region nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehrarbeit zu werfen und einen abwechslungsreichen Feiertag in Lippling zu verbringen.

Bereits in den Vormittagsstunden herrschte rund um das Gerätehaus und das Festzelt reger Betrieb. Zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge konnten aus nächster Nähe besichtigt werden und sorgten insbesondere bei den jüngeren Gästen für große Begeisterung. Neben den Fahrzeugen des Löschzuges Lippling wurden weitere Einsatzfahrzeuge präsentiert, wodurch die Besucherinnen und Besucher einen umfassenden Einblick in moderne Feuerwehrtechnik und Einsatzabläufe erhielten.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem umfangreichen Familienprogramm. Auf dem gesamten Festgelände wurden vielfältige Attraktionen für Kinder angeboten. Mehrere Hüpfburgen, Kinderschminken sowie die beliebte Spritzwand sorgten den ganzen Tag über für beste Unterhaltung und zahlreiche strahlende Kinderaugen. Viele junge Besucher nutzten mit großer Begeisterung die Gelegenheit, selbst einmal in die Rolle einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes zu schlüpfen.

Auch das Deutsche Rote Kreuz beteiligte sich am Tag der offenen Tür und bot ein Reanimationstraining für interessierte Besucherinnen und Besucher an. Dabei konnten wichtige Grundlagen der Ersten Hilfe praxisnah vermittelt und selbst ausprobiert werden. Das Angebot stieß auf großes Interesse und unterstrich eindrucksvoll die enge Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte zudem der Musikzug Lippling, der mit einem Platzkonzert für eine stimmungsvolle Atmosphäre auf dem Festgelände beitrug.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages folgte am Nachmittag. Mit dem bekannten Kindersänger herrH stand um 15.00 Uhr ein absoluter Publikumsmagnet auf der Bühne des Festzeltes. Bereits lange vor Konzertbeginn füllte sich das Gelände rund um das Festzelt mit zahlreichen Familien und Kindern. Das Festzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Begeisterung bei den jungen Besucherinnen und Besuchern entsprechend groß.

Mit seinen bekannten Liedern, viel Bewegung und einer mitreißenden Bühnenshow sorgte herrH für ausgelassene Stimmung und verwandelte das Festzelt in eine große Kinderparty. Gemeinsam wurde gesungen, getanzt und gefeiert. Viele Kinder standen begeistert vor der Bühne und machten bei den Liedern aktiv mit. Der Auftritt war für zahlreiche Familien eines der Highlights des gesamten Jubiläumswochenendes.

Großes Interesse fanden zudem die beiden eindrucksvollen Showübungen, die gemeinsam von der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr durchgeführt wurden. Zahlreiche Besucher verfolgten die realitätsnah dargestellten Einsatzszenarien aufmerksam.

Zunächst wurde ein schwerer Verkehrsunfall simuliert, bei dem ein auf der Seite liegender PKW und eine eingeklemmte Person dargestellt wurden. Gemeinsam demonstrierten die aktiven Kameradinnen und Kameraden sowie die Jugendfeuerwehr das strukturierte Vorgehen bei einer technischen Hilfeleistung und zeigten eindrucksvoll die Zusammenarbeit innerhalb der Feuerwehr. Besonders die ruhige und professionelle Vorgehensweise beeindruckte die Zuschauer.

Im Anschluss folgte eine weitere Showübung, bei der ein PKW-Brand simuliert wurde. Unter den Augen der zahlreichen Besucher wurde der Löschangriff aufgebaut und das Feuer erfolgreich bekämpft. Auch hierbei wurde deutlich, mit welchem Engagement die Nachwuchsarbeit beim Löschzug Lippling betrieben wird und wie eng die Jugendfeuerwehr bereits in das Feuerwehrleben eingebunden ist.

Der 2. Mai, bildete den feierlichen und offiziellen Höhepunkt des Jubiläumswochenendes zum 100-jährigen Bestehen des Löschzuges Lippling. Zahlreiche Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, Vertreter aus Politik und Verwaltung, Gastvereine sowie viele Bürgerinnen und Bürger begleiteten die Veranstaltungen und sorgten für einen würdigen Rahmen dieses besonderen Tages.

Den Auftakt der offiziellen Feierlichkeiten bildete um 16:30 Uhr ein feierlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche Herz-Jesu Lippling. Gemeinsam wurde dabei auf ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte zurückgeblickt und der Dank für 100 Jahre ehrenamtlichen Einsatz, Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig gedachte man der verstorbenen Kameraden, die den Löschzug über viele Jahrzehnte hinweg geprägt und mit aufgebaut haben.

Im Anschluss folgte die Kranzniederlegung am Ehrenmal. Besonders emotional wurde es beim großen Zapfenstreich, der den Feierlichkeiten einen eindrucksvollen und würdevollen Charakter verlieh. Viele Gäste verfolgten diesen besonderen Moment in stillem Respekt und zeigten damit ihre Verbundenheit zur Feuerwehr und ihrem ehrenamtlichen Engagement.

Ein weiterer bedeutender Programmpunkt war die Segnung und offizielle Übergabe des bereits in Lippling stationierten Löschfahrzeuges LF 20. Damit wurde nicht nur die moderne Ausstattung des Löschzuges hervorgehoben, sondern auch die wichtige Investition in eine leistungsfähige Feuerwehr für Lippling, Schöning und Steinhorst sichtbar gemacht.

Ab 18:00 Uhr fand im festlich geschmückten Festzelt der offizielle Festakt statt. In verschiedenen Grußworten wurde die Entwicklung des Löschzuges Lippling in den vergangenen 100 Jahren gewürdigt. Dabei standen insbesondere die hohe Einsatzbereitschaft, die starke Kameradschaft sowie die große Bedeutung des Ehrenamtes für die Dorfgemeinschaft im Mittelpunkt. Immer wieder wurde betont, welchen wichtigen Beitrag der Löschzug Lippling seit Generationen für die Sicherheit und das gesellschaftliche Leben in der Region leistet.

Zum Abschluss des offiziellen Festtages wurde noch einmal gemeinsam gefeiert. Ab 20:00 Uhr waren alle Bürgerinnen und Bürger zur großen Zeltparty eingeladen. Mit der Live-Band „Chicago“ und DJ Niklas Sprenger herrschte bis tief in die Nacht beste Stimmung im Festzelt. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, gemeinsam auf 100 Jahre Löschzug Lippling anzustoßen und ein außergewöhnliches Jubiläumswochenende in geselliger Atmosphäre ausklingen zu lassen.

Text und Bilder: Feuerwehr Delbrück – Manuel Brake

Tag der offenen Tür beim Löschzug Westenholz

Der Löschzug Westenholz der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück lädt am Sonntag, 31. Mai 2026, zum Tag der offenen Tür am Feuerwehrgerätehaus in Westenholz ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die feierliche Einweihung eines neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF 20) sowie die offizielle Vorstellung des erweiterten Gerätehauses.

Das neue HLF 20 ersetzte im März 2026 ein 22 Jahre altes Fahrzeug und stellt einen wichtigen Schritt für die moderne Gefahrenabwehr in Westenholz dar. Gleichzeitig wird auch der Erweiterungsbau des Gerätehauses eingeweiht. Das Feuerwehrhaus selbst wurde bereits 2016 eröffnet und in den Jahren 2023 und 2024 umfassend erweitert. Grund für den Anbau war insbesondere der gestiegene Platzbedarf innerhalb der Einsatzabteilung.

Im neuen Gebäudeteil entstanden moderne, geschlechtergetrennte Umkleiden für bis zu 100 Feuerwehrleute. Zudem wurde eine klare Schwarz-Weiß-Trennung innerhalb des Gebäudes umgesetzt. Ergänzt wird die Erweiterung durch einen Fahrstuhl zur Verbesserung der Barrierefreiheit sowie eine Notstromversorgung für das gesamte Feuerwehrhaus.

Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr mit einem Wortgottesdienst sowie der offiziellen Einweihung von Fahrzeug und Gebäude. Ab etwa 11.30 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit zahlreichen Attraktionen rund um das Thema Feuerwehr für Jung und Alt. Geplant sind unter anderem Fahrzeugausstellungen, ein Feuerlöschtrainer, verschiedene Schauübungen sowie weitere Mitmachaktionen.

Auch für Kinder wird einiges geboten: Neben einer Feuerwehr-Hüpfburg sorgen Riesenlego, Wasserspiele und weitere Aktionen für Unterhaltung.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Die Feuerwehr bietet ein großes Kuchenbuffet, frische Waffeln sowie Spezialitäten vom Grill an.

Der Löschzug Westenholz freut sich auf viele Gäste und nutzt die Gelegenheit zugleich, um für die Mitarbeit in der Feuerwehr zu werben. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen – unabhängig davon, ob bereits Erfahrungen vorhanden sind oder einfach Interesse an Teamarbeit und ehrenamtlichem Engagement besteht.

Text und Bild: Feuerwehr Delbrück

Gesamtwehrübung in Schöning

Delbrück-Schöning. Um 13.14 Uhr lösten am Samstagmittag die Meldeempfänger die Einsatzkräfte der Delbrücker Feuerwehr aus und alarmierten die Retter auf das Gelände der Raiffeisen-Centrale in Schöning. Aus dem Silo drang dichter schwarzer Rauch. Insgesamt galten vier Personen in dem Silo als vermisst, eine weitere Person stand außerhalb des Silos. Schnell beorderte Einsatzleiter Ralf Fischer weitere Kräfte auf das weitläufige Gelände. Um 13.56 Uhr lösten die Melder erneut aus: Im Kreuzungsbereich Brakendiek/Sporkallee war es zu einem Unfall unter Beteiligung eines Linienbusses, eines Autos und einer Radfahrergruppe gekommen.

Zunächst kam die Drehleiter an dem Silo der Raiffeisen-Centrale zum Einsatz, um zunächst eine Person zu retten. „Vor allem der beengte Zugang zur Trocknung war eine Herausforderung“, so Wehrführer Heinz Noje, der diese außergewöhnliche Großübung seit einem halben Jahr vorbereitet hat. Parallel gingen mehrere Trupps unter Atemschutz auf die Suche nach den vier Vermissten vor. Gleichzeitig lief die Brandbekämpfung an. Eine Nebelmaschine sorgte für eingeschränkte Sichtverhältnisse, sodass sich die Suche als echte Herkulesaufgabe erwies. Die „Übungspuppen“ wurden nach und nach gefunden, doch Rettung war schwierig. Die realistisch schweren Puppen mussten alle über die Drehleiter gerettet und der medizinischen Erstversorgung zugeführt werden.

Aus zwei Unterflurhydranten sowie über einen Pendelverkehr von der gut einen Kilometer entfernten Ems konnte das Löschwasser an die Einsatzstelle befördert werden. Neben Feuerwehrleuten aller sechs Delbrücker Löschzüge war auch die Rietberger Feuerwehr im Einsatz. Dem simulierten Brand in dem Komplex der Raiffeisen-Centrale war der Löscherfolg schnell anzusehen, sodass der zweite Teil der Alarmübung anlaufen konnte.

„Nachdem die erste Chaosphase des Brandeinsatzes gemeistert war, haben wir uns ein zweites Szenario überlegt. Wir wollten testen, ob die Duplizität der Ereignisse überhaupt sinnvoll zu bewältigen waren“, erläutert Heinz Noje. Um 13.56 Uhr lösten die Melder erneut aus. Im Kreuzungsbereich Brakendiek/Sporkallee war ein Pkw mit einem Linienbus zusammenstoßen. Der Bus war auf die Seite gekippt und hatte dabei eine Radausflüglergruppe teils unter sich begraben. Der Pkw war in einen Wasser führenden Graben geschleudert. Mehrere Personen waren eingeklemmt oder eingeschlossen. Die genaue Personenzahl war zunächst nicht klar. Jörg Hennemeier nahm sich der Herausforderung an. Nach ersten Erkundungen stellte sich heraus, dass 20 Personen beteiligt und teilweise schwerstverletzt waren – eine ManV 50 – Lage wurde ausgelöst. Die beiden Fahrer des Pkws mussten aus dem Cabrio befreit werden. Die beiden Verletzten-Darsteller sorgten für ein absolut realistisches Szenario. Auch im Bus waren einige Personen eingeklemmt. Dort mussten sich die Feuerwehrleute zunächst einen Zugang zu dem (echten) auf der Seite liegenden Linienbus verschaffen. Parallel dazu trafen eine Vielzahl an Rettungsdienstkräften und Notärzten ein. Die besondere Schwierigkeit war, eine Fahrgasse für die Rettungswagen freizuhalten, sodass nach der Priorisierung der Verletzten der Transport in Krankenhäuser erfolgen konnte.

Nach Sichtung durch Notärzte wurden bei acht Personen lebensbedrohliche Verletzungen, bei vier schwere Verletzungen und bei weiteren acht Personen leichte Verletzungen festgestellt. Zunächst wurden zwei Sammelplätze eingerichtet. „Bei einem Realeinsatz wären auch mehrere Rettungshubschrauber vor Ort, aber das war schon eine echte Herausforderung“, so der Leitende Notarzt Martin Terstesse. Für den Transport wurden Rettungs- und Krankenwagen aus dem ganzen Kreisgebiet zusammengezogen. Die Kommunikation unter den Kräften ist bei derartigen Schadenslagen immer eine Herausforderung, die aber gut gemeistert wurde. Nach gut 30 Minuten waren alle Personen befreit und befanden sich in Erstbehandlung.

Insgesamt 400 Einsatzkräften waren an den beiden Übungsszenarien beteiligt. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Tobias Rupprecht war von der Einsatzmotivation und dem Know-How beeindruckt. „Ein solch komplexes Szenario so professionell zu bewältigen, ist sehr beeindruckend. Es gibt immer Kleinigkeiten zu verbessern, aber unter dem Strich ist alles sehr gut gelaufen“, lobte Rupprecht.

Text und Bilder: Ralph Meyer

PKW-Brand in Bentfeld

Bei einem Fahrzeugbrand auf der Heddinghauser Straße im Delbrücker Stadtteil Bentfeld wurde am Sonntagabend ein VW durch die Flammen vollkommen zerstört. Auf der Fahrt bemerkte der Fahrer eine Rauchentwicklung im Fahrzeug, hielt an, verließ den bereits brennenden Wagen und wählte den Notruf.

Delbrück-Bentfeld. Um 22.00 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises unter dem Stichwort „Pkw-Brand“ die Feuerwehr Delbrück, die umgehend mit dem Löschzug Bentfeld unter der Leitung von Stefan Peitz zur Brandstelle ausrücke. Unter Atemschutz begannen die Feuerwehrleute mit dem Löschangriff. Trotz des raschen Löscherfolgs konnte die Feuerwehr den Totalverlust des Wagens nicht verhindern. Später kümmerten sich die Einsatzkräfte um das Batteriemanagement und streuten ausgelaufene Betriebsstoffe ab, so Heinz Noje, Leiter der Feuerwehr Delbrück, der ebenfalls zur Brandstätte gefahren war. Das Wrack wurde später geborgen und abgeschleppt.

Fotos: Feuerwehr Delbrück, Text: Ralph Meyer

100 Jahre Löschzug Lippling

Delbrück-Lippling. Ein Jahrhundert gelebtes Ehrenamt, Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft. Der Löschzug Lippling der Feuerwehr Delbrück feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums lädt der Löschzug zu einem großen Festwochenende vom 30. April bis zum 2. Mai 2026 auf den Dorfplatz in Lippling ein.

Der Löschzug Lippling ist heute für das Gebiet des ehemaligen Westerloh zuständig und damit für die Ortsteile Lippling, Schöning und Steinhorst. Aktuell engagieren sich 49 Kameradinnen und Kameraden in der aktiven Einsatzabteilung, 13 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sowie 15 Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung, ein starkes Fundament für die Sicherheit und das gesellschaftliche Leben vor Ort.

Die Wurzeln der Feuerwehr reichen zurück bis ins Jahr 1926, als der Lipplinger Gastwirt Stefan Körkemeier die Bürger der damaligen Gemeinde Westerloh zur Gründung einer Feuerwehr aufrief. Bereits zur ersten Versammlung traten rund 90 Männer der neuen Wehr bei. Die Alarmierung erfolgte damals über Signalhörner und die ersten Einsätze wurden mit einer Handdruckspritze durchgeführt, die im Ernstfall von Pferden zur Einsatzstelle gezogen wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Feuerwehr stetig weiter. Von einfachen Anfängen bis hin zu einer modernen und leistungsfähigen Einheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte der Neuaufbau, später wurden Fahrzeuge beschafft und die Infrastruktur ausgebaut. Mit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 entstand aus der Freiwilligen Feuerwehr Westerloh der heutige Löschzug Lippling.

Das Jubiläumswochenende beginnt am Donnerstag, 30. April 2026, mit einer großen „Tanz in den Mai“/Malle-Party im Festzelt auf dem Dorfplatz. Ab 20:00 Uhr sorgt DJ Mambo für beste Stimmung, bevor mit Nancy Franck ein bekannter Malle-Act die Bühne übernimmt.

Für die Veranstaltung sind aktuell noch Vorverkaufskarten zum Preis von 10,00 € erhältlich. Diese sind bei den Mitgliedern des Löschzugs Lippling sowie am Samstag, den 18. April 2026, ab 11:00 Uhr am Gerätehaus erhältlich. Eine Abendkasse (15,00 €) wird angeboten, sofern noch freie Kapazitäten bestehen.

Der Freitag, 1. Mai 2026, steht ganz im Zeichen von Familien, Kindern und einem offenen Einblick in die Feuerwehrarbeit. Ab 11:00 Uhr lädt der Löschzug zum großen Tag der offenen Tür ein. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Der erste offizielle Programmpunkt beginnt um 13:30 Uhr mit dem Platzkonzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück. Im Anschluss erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Feuerwehr zum Anfassen“. So auch die gemeinsame Showübung der aktiven Wehr und der Jugendfeuerwehr, bei der eindrucksvoll das Zusammenspiel der Generationen gezeigt wird.

Für Kinder wird ein umfangreiches Angebot geboten: Neben einem Kinderkarussell, Kinderschminken sowie zahlreichen Spiel- und Mitmachstationen sorgt ein buntes Kinderprogramm für Unterhaltung. Höhepunkt des Nachmittags ist der Auftritt des Kinderliedermachers herrH um 15:00 Uhr. Ergänzt wird der Tag durch ein großes Kaffee- und Kuchenbuffet.

Der Samstag, 2. Mai 2026, steht im Zeichen der Tradition und der Würdigung von 100 Jahren Feuerwehrarbeit. Um 16:30 Uhr beginnt in der Pfarrkirche Herz-Jesu Lippling ein feierlicher Gottesdienst mit anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal sowie einem großen Zapfenstreich. Anschließend folgt die Segnung und offizielle Übergabe des bereits in Lippling stationierten Löschfahrzeug LF 20. Zudem besteht die Hoffnung, dass auch ein neues Tanklöschfahrzeug zu diesem Anlass erstmals präsentiert werden kann, dies ist derzeit noch allerdings nicht abschließend gesichert.

Um 18:00 Uhr folgt der offizielle Festakt im Festzelt (Zugang für geladene Gäste). Ab 20:00 Uhr sind dann alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, bei der großen Zeltparty mit der Live-Band „Chicago“ gemeinsam zu feiern – der Eintritt ist frei.

Die Feuerwehr Delbrück – Löschzug Lippling freut sich darauf, zahlreiche Besucherinnen und Besucher an allen drei Veranstaltungstagen auf dem Dorfplatz in Lippling begrüßen zu dürfen.

Bilder und Text: Feuerwehr Delbrück

Jahreshauptversammlung Gesamtwehr

Delbrück-Lippling. Mit einem satten Plus von 104 Einsätzen war 2025 für die Feuerwehr Delbrück ein sehr forderndes Jahr. Insgesamt rückten die 390 aktiven Feuerwehrleute aus den sechs Löschzügen der Stadt und den Sondereinheiten zu insgesamt 599 Einsätzen aus. Das erklärte Vize-Schriftführer Ulrich Hagenbrock bei der Vorstellung des Jahresberichtes in der Jahreshauptversammlung des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Delbrück, die am Samstagabend in der Lippplinger Halle stattfand.

Neben den Aktiven zählt die Delbrücker Wehr 92 Jugendfeuerwehrleute, 8 Angehörige in der Unterstützungsabteilung, 66 Musikerinnen und Musiker im Musikzug, der auch die Versammlung musikalisch umrahmte, und 68 Mitglieder der Ehrenabteilung. Neun Angehörige der Feuerwehr sind vom aktiven Dienst befreit, so dass die Gesamtwehr 643 Köpfe zählt.

Die Delbrücker Feuerwehr rückte im vergangenen Jahr zu 153 Brandeinsätzen und 252 Hilfeleistungen aus. In 86 Fällen wurden die Notfallhelfer angefordert. 87 Mal waren Brandmeldeanlagen oder piepende Rauchmelder die Alarmierungsgründe. Um für die Vielzahl der Einsätze fit zu sein, absolvierten die Feuerwehrleute zusätzlich noch eine Vielzahl an Lehrgängen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene.

Bei den Wahlen zum Vorstand des Stadtverbandes, die Vize-Wehrführer Jörg Rodehutskors leitete, wurden Ralf Fischer als Vorsitzende und Ulrich Hagenbrock als Vize-Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Für individuelle Verdienste um die Feuerwehren im Delbrücker Land wurden zwei Feuerwehrfrauen und vier Feuerwehrmänner mit bronzenen Verdienstnadeln des Verbandes ausgezeichnet. Neue Träger sind: Sabrina Bolte (Löschzug Ostenland), Silvia Koch (Musikzug Lippling), Christian Börnemeier (Löschzug Westenholz), Patrick Brockmeier (Löschzug Bentfeld), Niklas Schuszter (Löschzug Boke) und Christian Austenfeld (Löschzug Lippling).

Heinz Noje, Leiter der Feuerwehr, wies in seiner Ansprache auf das dicke Einsatzplus hin. „Allein die Zahl von 252 Hilfeleistungen macht deutlich, wie anspruchsvoll unser Job ist“, sagte er bei seiner Ansprache. Eine stetige Mitgliedergewinnung sei trotz eines breit aufgestellten Fundaments unverzichtbar, so Noje, der die Jugendfeuerwehr „als die Zukunft unserer Feuerwehr bezeichnete“. Notwendig sei es auch, noch weitere Feuerwehrgerätehaus auf einen aktuellen Stand zu brinfen. Wörtlich sagte er: „Investitionen in die Feuerwehr sind Investitionen in die Sicherheit der Bürger“.

Landrat Christoph Rüther ist beindruckt, dass Delbrück trotz seiner inzwischen 33.000 Einwohner noch immer mit einer rein ehrenamtlichen Feuerwehr klar kommt. Die Jugendfeuerwehr sei für den Fortbestand der Feuerwehr unverzichtbar, sagte der Landrat. Sie helfe auch vielen Jugendlichen Struktur und Sinn im Leben zu finden. Bürgermeister Johannes Lindhauer wies auf die angespannte Haushaltslage hin. Zwar sei finanzielle Vernunft das Gebot der Stunde, doch eine leistungsfähige Feuerwehr erfordere auch richtige Investitionen. Da sich der Bürgermeister auch des Öfteren direkt an Einsatzstellen über die Arbeit der Feuerwehr informiert, stattete ihn die Wehrführung mit einer personalisierten Einsatzjacke aus. 

Bernd Lüke, stellvertretender Kreisbrandmeister, beklagte nachlassende Selbsthilfehilfefähigkeiten in der Bevölkerung bei gleichzeitig steigenden Erwartungen an die schnelle Hilfe von außen. Angesichts wachsender Bedrohungslagen stuft er die Bevölkerung im Kreis allenfalls als bedingt krisensicher ein. Das Sparen an der Feuerwehr, einem Ankerpunkt im Katastrophenschutz, sieht Lüke als Gefahr, denn die Anforderungen und Herausforderungen nähmen kontinuierlich weiter zu.

Text und Fotos: Ralph Meyer

Wohnungsbrand in Westenholz

Delbrück-Westenholz. Bei einem Wohnungsbrand im Obergeschoss eines Mehrparteienhauses an der Wiebeler Straße ist am späten Samstagabend eine 86-jährige Bewohnerin ums Leben gekom-men. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen verstarb sie noch an der Brandstelle

Um 23.25 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises nach Notrufen unter dem Stichwort „Dachstuhl-brand, Menschenleben in Gefahr“ die Feuerwehr Delbrück, die umgehend mit starken Kräften in den Stadtteil Westenholz ausrichtete, berichtet Einsatzleiter Heinz Noje, Leiter der Feuerwehr Delbrück. Neben den Löschzügen Delbrück, Westenholz und Boke rückte auch der Delbrücker Wasser-transportzug, der vom Löschzug Ostenland gestellt wird, zur Wiebeler Straße.

Das einzelnen gelegene Wohnhaus aus rotem Ziegelmauerwerk dient im Erdgeschoss als Betriebs-unterkunft für einen Westenholzer Nahrungsmittelproduzenten, in der fünf Mitarbeiter unterge-bracht waren. Im Obergeschoss wohnte die 86-jährige Familienangehörige. Während drei Männer aus der untereren Wohnung direkt ins Freie flüchteten, stürmten zwei Bewohner über einen ge-trennten Zugang auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite ins Obergeschoss, konnten aber nicht zu der Bewohnerin vordringen. Das gelang erst dem Angriffstrupp der Feuerwehr, der die leblose Frau rettete und sie an den Rettungsdienst übergab, der sofort mit der Wiederbelebung der Be-wohnerin begann. Sie wurde jedoch nach rund 30 Minuten erfolglos abgebrochen.

Alle Bewohner wurden vom Rettungsdienst auf Rauchgasinhalation gesichtet. Ein 53 Jahre alter Mann, der an der Rettung beteiligt war, wurde später mit dem Rettungswagen ins St. Vincenz-Hos-pital nach Rheda-Wiedenbrück eingeliefert. Im Einsatz waren zwei Rettungswagen aus Delbrück und ein weiterer aus der Nachbarstadt Rietberg. Zwei Notärzte aus Delbrück und Rietberg küm-merten sich um die Verletzten. Um 23.54 Uhr wurde auch der Leitende Notarzte Thorsten Dahm aus Borchen alarmiert. Wegen der überschaubaren Zahl an Verletzten brachen er und der Organi-satorische Leiter (OrgL) Rettungsdienst den Einsatz jedoch in Absprache mit der Einsatzleitung noch auf der Anfahrt ab.

Die mehr als 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten den Brand im Obergeschoss, der vermutlich in der Küche ausgebrochen war, rasch gelöscht. Anschließend wurden vom Korb der Drehleiter aus Teile der Dacheindeckung auf der Westseite des Gebäudes geöffnet. Von dort kontrollierten die Einsatzkräfte den Dachstuhl auf versteckte Glutnester. Außerdem wurden betroffene Bereiche des Haus maschinell belüftet. Ein Versorgungstechniker schaltete das Gebäude stromlos.

Vier Bewohner aus der unteren Wohnung wurden für den Rest der Nacht in einem Westenholzer Hotel untergebracht. Delbrücks Bürgermeister Johannes Lindhauer traf gegen 1.30 Uhr an der Brandstelle ein und ließ sich von der Feuerwehr über die Lage und den Einsatz informieren. Die letzten Feuerwehreinheiten verließen gegen 2.45 Uhr die Brandstelle.

Um 7 Uhr am Sonntagmorgen nahm die Feuerwehr Haus und Wohnung nach einmal bei Tageslicht in Augenschein. Ermittlungen der Polizei zur Brandursache haben ergeben, dass der Brand durch eine eingeschaltete Herdplatte in der der Küche der 86-Jährigen ausgelöst wurde, Den Sachscha-den schätzen die Beamten auf rund 50.000 Euro. Das Gebäude ist derzeit unbewohnbar.

Text und Fotos: Ralph Meyer