Delbrück-Westenholz. Bei einem Wohnungsbrand im Obergeschoss eines Mehrparteienhauses an der Wiebeler Straße ist am späten Samstagabend eine 86-jährige Bewohnerin ums Leben gekom-men. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen verstarb sie noch an der Brandstelle
Um 23.25 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises nach Notrufen unter dem Stichwort „Dachstuhl-brand, Menschenleben in Gefahr“ die Feuerwehr Delbrück, die umgehend mit starken Kräften in den Stadtteil Westenholz ausrichtete, berichtet Einsatzleiter Heinz Noje, Leiter der Feuerwehr Delbrück. Neben den Löschzügen Delbrück, Westenholz und Boke rückte auch der Delbrücker Wasser-transportzug, der vom Löschzug Ostenland gestellt wird, zur Wiebeler Straße.
Das einzelnen gelegene Wohnhaus aus rotem Ziegelmauerwerk dient im Erdgeschoss als Betriebs-unterkunft für einen Westenholzer Nahrungsmittelproduzenten, in der fünf Mitarbeiter unterge-bracht waren. Im Obergeschoss wohnte die 86-jährige Familienangehörige. Während drei Männer aus der untereren Wohnung direkt ins Freie flüchteten, stürmten zwei Bewohner über einen ge-trennten Zugang auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite ins Obergeschoss, konnten aber nicht zu der Bewohnerin vordringen. Das gelang erst dem Angriffstrupp der Feuerwehr, der die leblose Frau rettete und sie an den Rettungsdienst übergab, der sofort mit der Wiederbelebung der Be-wohnerin begann. Sie wurde jedoch nach rund 30 Minuten erfolglos abgebrochen.
Alle Bewohner wurden vom Rettungsdienst auf Rauchgasinhalation gesichtet. Ein 53 Jahre alter Mann, der an der Rettung beteiligt war, wurde später mit dem Rettungswagen ins St. Vincenz-Hos-pital nach Rheda-Wiedenbrück eingeliefert. Im Einsatz waren zwei Rettungswagen aus Delbrück und ein weiterer aus der Nachbarstadt Rietberg. Zwei Notärzte aus Delbrück und Rietberg küm-merten sich um die Verletzten. Um 23.54 Uhr wurde auch der Leitende Notarzte Thorsten Dahm aus Borchen alarmiert. Wegen der überschaubaren Zahl an Verletzten brachen er und der Organi-satorische Leiter (OrgL) Rettungsdienst den Einsatz jedoch in Absprache mit der Einsatzleitung noch auf der Anfahrt ab.
Die mehr als 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten den Brand im Obergeschoss, der vermutlich in der Küche ausgebrochen war, rasch gelöscht. Anschließend wurden vom Korb der Drehleiter aus Teile der Dacheindeckung auf der Westseite des Gebäudes geöffnet. Von dort kontrollierten die Einsatzkräfte den Dachstuhl auf versteckte Glutnester. Außerdem wurden betroffene Bereiche des Haus maschinell belüftet. Ein Versorgungstechniker schaltete das Gebäude stromlos.
Vier Bewohner aus der unteren Wohnung wurden für den Rest der Nacht in einem Westenholzer Hotel untergebracht. Delbrücks Bürgermeister Johannes Lindhauer traf gegen 1.30 Uhr an der Brandstelle ein und ließ sich von der Feuerwehr über die Lage und den Einsatz informieren. Die letzten Feuerwehreinheiten verließen gegen 2.45 Uhr die Brandstelle.
Um 7 Uhr am Sonntagmorgen nahm die Feuerwehr Haus und Wohnung nach einmal bei Tageslicht in Augenschein. Ermittlungen der Polizei zur Brandursache haben ergeben, dass der Brand durch eine eingeschaltete Herdplatte in der der Küche der 86-Jährigen ausgelöst wurde, Den Sachscha-den schätzen die Beamten auf rund 50.000 Euro. Das Gebäude ist derzeit unbewohnbar.
Text und Fotos: Ralph Meyer