Bürgermeister Johannes Lindhauer überreichte den symbolischen Schlüssel an den Leiter der Feuerwehr Heinz Noje, sowie an den Löschzugführer des Löschzugs Ostenland, Peter Bathe. „Der Schlüssel ist zwar historisch, aufschließen werden wir damit vermutlich eher nichts mehr“, stellte Bürgermeister Lindhauer bei der Übergabe mit einem Augenzwinkern fest.
Damit steht nun dem Löschzug Ostenland nach rund 20 Monaten Bauzeit ein modernes und zukunftsfähiges Gebäude zur Verfügung, die den heutigen Anforderungen an Feuerwehr und Bevölkerungsschutz entspricht. „Mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus schaffen wir hervorragende Rahmenbedingungen für die Feuerwehr in Ostenland und stärken damit gleichzeitig den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger“, betont Bürgermeister Johannes Lindhauer.
Von der ersten Planung bis zu Schlüsselübergabe
Die Entwicklung des Bauvorhabens reicht bis in das Jahr 2022 zurück. In diesem Jahr erwarb die Stadt Delbrück das Grundstück für den Neubau und leitete gleichzeitig die erforderlichen bauleitplanerischen Schritte ein. Der Änderungs- beziehungsweise Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans erfolgte im November 2022. Die Rechtskraft der Bauleitpläne wurde im Dezember 2024 erreicht.
Im November 2022 lag zunächst ein Vorentwurf mit geschätzten Baukosten von rund 6,53 Millionen Euro vor. Im Zuge der weiteren Planung und der Ausschreibung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) sowie der Tragwerksplanung im Frühjahr 2023 zeigte sich, dass die ursprünglich erwarteten Gesamtkosten von rund 6,6 Millionen Euro voraussichtlich überschritten worden wären.
Um eine weitere Kostensteigerung zu vermeiden und die Kosten möglichst wieder zu reduzieren, wurde das Projekt grundlegend überplant. Mit dem neuen Entwurf vom Januar 2024 konnten die kalkulierten Gesamtkosten auf rund 5,85 Millionen Euro reduziert werden. Die zusätzlichen Kosten für die erforderliche Umplanung kamen dabei noch hinzu, rechtfertigten jedoch am Ende eine erhebliche Einsparung für das gesamte Projekt. Der entsprechende Kostenrahmen wurde am 25. Januar 2024 durch einen Dringlichkeitsbeschluss des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses bestätigt; der Ratsbeschluss folgte am 28. Februar 2024.
Nach Abschluss der Planung und Erteilung der Baugenehmigung im Dezember 2024 konnte im Januar 2025 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der offizielle erste Spatenstich fand am 15. Januar 2025 statt.
Im weiteren Bauverlauf wurden die Arbeiten planmäßig vorangetrieben. Die Zeitkapsel, die im Mai 2025 im Rahmen der Bauarbeiten eingelassen wurde, dokumentiert dabei den damaligen Stand des Projekts und umfasste Informationen zum Löschzug Ostenland.
Modernes Feuerwehrgerätehaus für Ostenland
Auf dem insgesamt 8.667 Quadratmeter großen Grundstück, das sich aus der eigentlichen Feuerwehrfläche und einer Gewässerentwicklungsfläche zusammensetzt, ist ein modernes, zweigeschossiges Feuerwehr-gerätehaus entstanden.
Das Gebäude verfügt über eine Fahrzeughalle mit sechs Alarmstellplätzen sowie einer Durchfahrt als zusätzlichem Stellplatz, eine Waschhalle, Werkstätten, Büros und weitere Funktionsräume. Hinzu kommen Umkleide- und Sanitärräume. Im Obergeschoss befindet sich unter anderem ein Schulungsraum mit 72 Plätzen sowie weitere Funktionsräume.
Insgesamt stehen 102 Umkleideplätze zur Verfügung, davon 85 für Männer und 17 für Frauen. Auf dem Gelände befinden sich zudem 35 Pkw-Stellplätze für die Einsatzkräfte sowie rund 500 Quadratmeter Übungsfläche. Eine rund 260 Quadratmeter große Fläche ermöglicht zudem perspektivisch die Erweiterung um einen weiteren Alarmstellplatz.
Das neue Gerätehaus ist damit auf die heutigen und zukünftigen Anforderungen des Löschzugs Ostenland ausgerichtet. Auch energetisch wurde das Gebäude zukunftsorientiert geplant. Die Wärmeversorgung erfolgt über das Nahwärmenetz der Biogasanlage der BioEnergie Lohmann GbR. Der Jahresprimärenergiebedarf liegt bei 42,4 kWh pro Quadratmeter und Jahr und damit deutlich unter dem nach Gebäudeenergiegesetz zulässigen Grenzwert von 95,2 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Die Photovoltaikanlage wurde durch den Förderverein des Löschzugs Ostenland finanziert und errichtet. Dadurch entstanden der Stadt Delbrück für die Erfüllung der Solarpflicht keine zusätzlichen Kosten.
Bauzeit und Kosten eingehalten
Die vorgesehene Bauzeit von 20 Monaten wurde exakt eingehalten. Nach der Fertigstellung des Rohbaus im Herbst 2025 folgten die Ausbauarbeiten sowie die technische Gebäudeausrüstung. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts erfolgte im August 2026. Mit der heutigen Schlüsselübergabe kann das Feuerwehrgerätehaus nun offiziell durch die Feuerwehr genutzt werden.
Auch der Kostenrahmen konnte eingehalten werden. Das ursprüngliche Kostenbudget lag bei 5,85 Millionen Euro. Nach dem aktuellen Kostenverfolgungsplan belaufen sich die entstandenen Kosten auf rund 5,827 Millionen Euro. Darin enthalten sind Kosten von rund 200.000 Euro, die noch nicht schlussgerechnet wurden, woraus sich noch Änderungen bei den Gesamtkosten ergeben können.
An der Umsetzung des Bauvorhabens waren insgesamt 23 Firmen in 31 unterschiedlichen Gewerken beteiligt. Darüber hinaus waren acht Büros mit Planungsleistungen, Fachplanungen, Gutachten und Vermessungs-arbeiten befasst.
Die Planung stammt vom Architekturbüro Heitmann Architekten aus Gütersloh. Geschäftsführer Raimund Heitmann und Architektin Sarah Janssen begleiteten das Projekt maßgeblich und übernahmen auch die Bauleitung.
Feuerwehr mit großem Engagement beteiligt
Ein besonderer Dank gilt neben den beteiligten Planungsbüros und Unternehmen auch dem Löschzug Ostenland. Bereits während der Planungsphase und anschließend bei der Bauausführung brachte sich der Löschzug mit umfangreichem feuerwehrtechnischem Fachwissen und großem ehrenamtlichem Engagement in das Projekt ein.
„Ein solches Projekt kann nur gelingen, wenn Verwaltung, Planung, ausführende Unternehmen und Feuerwehr eng zusammenarbeiten“, so Bürgermeister Johannes Lindhauer. „Der Löschzug Ostenland -mit seinem Löschzugführer Peter Bathe an der Spitze und den Stellvertretern Steffen Knapp und Markus Fortmeier sowie dem stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Delbrück, Jörg Rodehutskors- hat sich von Beginn an intensiv eingebracht und damit einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass
hier ein Feuerwehrgerätehaus entstanden ist, das den praktischen Anforderungen des Einsatzdienstes gerecht wird. Dafür möchte ich euch meinen allerherzlichsten Dank aussprechen.“
Auch der Förderverein des Löschzugs Ostenland leistete einen wichtigen Beitrag: Mit der Finanzierung und Errichtung der Photovoltaikanlage unterstützte er die Umsetzung des energetischen Konzepts und sorgte zugleich dafür, dass der Stadt Delbrück hierfür keine zusätzlichen Kosten entstanden.
Mit der offiziellen Schlüsselübergabe geht das neue Feuerwehrgerätehaus nun in die Verantwortung der Feuerwehr über. Für den Löschzug Ostenland beginnt damit ein neuer Abschnitt in einer modernen und funktionalen Unterkunft, die langfristig gute Voraussetzungen für Einsatzbereitschaft, Ausbildung und ehrenamtliches Engagement schafft.
Offizielle Eröffnung im Frühjahr 2027
Mit der heutigen Schlüsselübergabe ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die offizielle Eröffnung des neuen Feuerwehrgerätehauses wird jedoch im Frühjahr 2027 mit einem großen Einweihungsfest und einem Tag der offenen Tür gefeiert. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Feuerwehr sowie allen Interessierten soll das neue Gebäude gebührend eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dabei besteht die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen, mit den Einsatzkräften ins Gespräch zu kommen und einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehrarbeit zu werfen.
Quelle: Pressebericht der Stadtverwaltung Delbrück