60-jähriges Jubiläum LZ Westenholz


Vor 60 Jahren wurde der Löschzug Westenholz gegründet. Fahrzeugweihe als Auftakt für eine buntes Familienprogramm


Westenholz (al). Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 15. Mai feiert der Löschzug Westenholz sein 60-jähriges Bestehen. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr mit der Weihe des neuen Löschgruppenfahrzeuges, LF 20. Ein buntes Programm für die ganze Familie schließt sich rund um das Gerätehaus an der Westenholzer Straße an.


„Das Jubiläum und die Indienststellung des neuen Fahrzeuges sind gleich zwei erfreuliche Anlässe, die Tore am Gerätehaus für die breite Öffentlichkeit zu öffnen und nach langer Zeit wieder viele Besucher bei der Feuerwehr in Westenholz begrüßen zu können“, sind sich Löschzugführer Jörg Brunnert und sein Stellvertreter Stefan Schormann-Diekmann einig. Der Tag der offenen Tür beginnt um 10.30 Uhr mit der Fahrzeugweihe. Ab 11 Uhr findet dann über den ganzen Tag verteilt ein buntes Programm statt. Fahrzeugausstellungen mit historischen und neuen Feuerwehrfahrzeugen, Showübungen und vieles mehr bietet die Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr. Auch das erste Westenholzer Feuerwehrfahrzeug wird ausgestellt. Demonstriert wird beispielsweise das Löschen von brennendem Fett und welche verheerenden Folgen hier das Löschen mit Wasser hätte. Die Feuerwehrleute werden eine Fettexplosion vorführen. Außerdem wird ein Löschtraining mit einem Feuerlöscher angeboten. Den ganzen Tag stehen eine Hüpfburg sowie Wasserspiele und viele weitere Aktionen für Kinder bereit. Zu familienfreundlichen Preisen wird gegrillt und ab 14 Uhr öffnet ein großes Kuchenbuffet. Musikalische wird der Tag der offenen Tür vormittags von den Musikfreunden Westenholz und nachmittags vom Musikzug Lippling der freiwilligen Feuerwehr begleitet. Der Erlös des ganzen Tages der offenen Tür fließt der Westenholzer Jugendfeuerwehr zu.


Zu den Höhepunkten gehört sicher die Weihe des neuen Löschgruppenfahrzeuges, dass bereits Oktober 2020 in Westenholz seinen Dienst versieht, aber coronabedingt noch nicht offiziell übergeben werden konnte. Nach dreijähriger Lieferzeit wird das von Schlingmann auf Mercedes-Basis aufgebaute Fahrzeug in Dienst gestellt. Das vorrangig für Brandeinsätze konzipierte 300 PS starke Fahrzeug verfügt über zwei Pumpen, einen 2.000 Liter fassenden Wassertank, eine Kabine für neun Feuerwehrleute. „An vier Sitzplätzen können Atemschutzgeräte schon während der Fahrt zur Einsatzstelle angelegt werden“, erläutert Jörg Brunnert eine der Besonderheiten des neuen Fahrzeuges, das über Allradantrieb verfügt. Zudem ist das LF 20 mit Beleuchtung und Leitern nach Din ausgestattet. Mit dem neuen Löschgruppenfahrzeug LF 20 investiert die Stadt rund 330.000 Euro in die Sicherheit der Bürger.


Fotos: LZ Westenholz/A. Langer | Text: A. Langer

Jahreshauptversammlung LZ Westenholz

Löschzug Westenholz leistet 4.121 Stunden für die Sicherheit der Bürger


Westenholz (al). Unter stehenden Ovationen konnten bei der Jahreshauptversammlung des Löschzuges Westenholz Hubert Fulhorst und Siegfried Schäpermeier für 60-jährige Mitgliedschaft im Löschzug geehrt werden. Damit gehören die beiden fleißigen Feuerwehrleute zu den Gründungsmitgliedern des Löschzuges, der im Jahr 1962 seinen Dienst aufnahm. Beide wurden mit der Sonderauszeichnung des Landes NRW in Gold geehrt.


Nach der Begrüßung durch Löschzugführer Jörg Brunnert in der Fahrzeughalle des Gerätehauses, blickte Michael Bolte auf das zurückliegende Jahr. Einsatztechnisch hatte die 62 aktiven Feuerwehrleute ein leichtes Plus aufzuweisen und waren bei 70 Einsätzen gefordert. 21 Brandeinsätze und 35 technische Hilfeleistungen bildeten die Schwerpunkte des Einsatzgeschehens, für das 1.216 Stunden anfielen. Weitere Stunden leisteten die Feuerwehrleute bei Übungsdiensten und bei Aus- und Weiterbildungen, so dass unter dem Strich die stattliche Zahl von 4.121 Stunden zu Buche schlägt. Im Durchschnitt wurden von jedem aktiven Mitglied der Feuerwehr 69 Stunden geleistest.


Die stellvertretende Bürgermeisterin Anita Papenheinrich dankte den Feuerwehrleuten für ihren engagierten Dienst. „Ihr setzte auch freiwillig für andere Menschen ein und opfert eure Freizeit. Im Ansehen der Menschen steht die Feuerwehr zurecht ganz weit oben. Außerdem leistet ihr einen großen Beitrag in der Jugend- und der Seniorenarbeit“, lobte Anita Papenheinrich. Der Leiter der Feuerwehr, Johannes Grothoff zeigte sich besonders über die steigenden Aktiven Zahl sowie die wachsende Jugendfeuerwehr begeistert. „Das ist eine tolle Sache. In den letzten acht Jahren konnte die Feuerwehr im gesamten Stadtgebiet 50 neue Feuerwehrleute begrüßen. In die Jugendfeuerwehr sind 30 neue Mädchen und Jungen eingetreten. Da kann man nur Danke sagen“, unterstrich Johannes Grothoff.


Löschzugführer Jörg Brunnert lobte den Einsatz des scheidenden stellvertretenden Wehrführers Johannes Appelbaum. „Johannes Appelbaum ist der soziale Aspekt in der Wehrführung. Er weiß genau, auf wen er achten muss und wenn man sich kümmern muss. Das ist eine Gabe, die nicht viele besitzen“, dankte Jörg Brunnert.


Bei seiner letzten Jahreshauptversammlung beim Löschzug Westenholz sprachen dann auch Johannes Grothoff und Johannes Appelbaum gemeinsam zahlreiche Beförderungen aus. Zum neuen Brandoberinspektor wurde Tobias Rübbelke befördert. Neue Hauptbrandmeister sind Christoph Schäfermeyer und Danny Neukirch. Zu Oberfeuermännern und Oberfeuerwehrfrauen wurden Oliver Beine, Anna Kalek, Manuel Knaup, Jonas Rübbelke, Max Schienstock und Janek Schormann-Diekmann befördert. Die Schulterstücke eines Feuerwehrmannes trägt ab sofort Björn Rübbelke. Als Feuerwehrmannanwärter wurde Marius Düsterhus und als Feuerwehrfrauanwärterin Elisa Schienstock neu in den Löschzug aufgenommen.


Fotos & Text: A. Langer

Personenrettung von Baugerüst & Verkehrsunfall

Am frühen Samstagnachmittag wurden Einheiten von den Löschzügen Delbrück und Westenholz zur Rettung einer verletzten Person alarmiert.


Bei Eintreffen der ersten Rettungskräfte an der Adresse am Walde in Delbrück befand sich eine verletzte, aber ansprechbare Person auf einem Gerüst an einem Wohnhaus. Der 44 Jährige hatte sich bei Arbeiten am Bein verletzt.

Da ein Anleitern mit der Drehleiter aufgrund der baulichen Situation rund um das Gebäude zur Rettung nicht möglich war, wurde der Patient kontrolliert und gesichert in einer Schleifkorbtrage über eine Steckleiter abgelassen und dem Rettungsdienst übergeben.


Am Abend ereignete sich gegen 18:00 Uhr ein Auffahrunfall mit 2 beteiligten PKW auf der B64 in Delbrück an der Abfahrt zur Westenholzer Straße. Hier waren 2 Fahrzeuge kollidiert und dabei 2 Personen verletzt worden. Kameraden vom Löschzug Delbrück unterstützten den Rettungsdienst und sicherten die Einsatzstelle.


Fotos: FW Delbrück

Löschzug Ostenland stellt zwei Multitalente in Dienst

Stadt investiert 700.000 Euro in die Sicherheit der Bürger

Ostenland (al). „Die Anforderungen an eine moderne Feuerwehr haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Heute handelt es sich dabei um eine universelle Eingreiftruppe die ganz viele Aufgabenbereiche abdeckt. Mit den Aufgaben verändert sich auch die eingesetzte Technik, so dass auch die Fahrzeugtechnik verändert und immer wieder angepasst werden muss. Die Feuerwehr ist ein elementarer Mosaikstein der Sicherheit und wir wollen unsere freiwilligen Kräfte immer mit der bestmöglichen Technik ausstatten“, erläuterte Bürgermeister Werner Peitz die Neuanschaffung eines Gerätewagens Logistik sowie eines speziellen Wald- und Flächenbrandlöschfahrzeuges. Insgesamt hat die Stadt Delbrück hier 700.000 Euro investiert.


Im Rahmen der Jahreshauptversammlung stellte der Löschzug Ostenland ein Gerätewagen Logistik sowie eine Tanklöschfahrzeug 3000 (kurz TLF 3000) offiziell in Dienst. Das Tanklöschfahrzeug dient dem Wassertransport und der Brandbekämpfung in schwierigem Gelände. Der geländegängige Unimog verfügt über 230 PS und kann mit drei Feuerwehrleute besetzt werden. Das TLF wird bei Bränden für den Wassertransport eingesetzt und ist besonders für schwieriges Gelände wie Wälder oder offenes Gelände geeignet. Der eingebaute Wassertank fasst 4.000 Liter Wasser und die eingebaute Pumpe kann 3.000 Liter Wasser pro Minute fördern. Der Unimog verfügt über einen Reifendruckregelanlage, eine Dachluke für das Löschen von Wald- und Flächenbränden während der Fahrt, Frontsprühdüsen zum Eigenschutz sowie ein auf dem Dach montierten Wasserwerfer. Das seit September in Ostenland befindliche Fahrzeug hat seine herausragenden Eigenschaften bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Der Anschaffungspreis lag bei rund 340.000 Euro.


Seine Vielseitigkeit hat auch der neue Gerätewagen Logistik bereits mehrfach bewiesen. Nicht nur dass das Fahrzeug mit einem Scania-Fahrgestell Teil des ersten Delbrücker Hilfskonvois an die polnisch-ukrainische Grenze war, auch im Feuerwehralltag wurde das Fahrzeug zum Transport der verschiedensten Materialen bereits eingesetzt. Der Gerätewagen Logistik verfügen über einen 320 PS starken Motor, besitzen einen Allradantrieb und ist geländegängig. Das Fahrzeug bietet sechs Feuerleuten Platz und ist mit 1.300 Metern B-Schläuchen sowie einem 5.000 Liter fassenden Faltbehälter ausgestattet. Auch das Zubehör wie Schlauchbrücken, Tragkraftspritze sind hier verlastet. Übe die Ladebordwand am Heck kann der Gerätewagen je nach Einsatzgeschehen mit fünf verschiedenen Rollcontainern beladen werden. Die Ölbeseitigung, der Hochwasserschutz oder Wassertransport können so abgedeckt werden. In den Gerätewagen investiert die Stadt rund 360.000 Euro.


„Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit der Feuerwehrleute. Was hier ehrenamtlich geleistet wird, ist sehr beeindruckend. So ist eine zeitgemäße Ausstattung selbstverständlich. Außerdem können wir hoffentlich ab Sommer mit der Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Ostenland beginnen“, machte Werner Peitz deutlich und übergab die Schlüssel für die beiden Fahrzeuge an den Leiter der Feuerwehr, Johannes Grothoff. „Wir wissen den Einsatz von Rat und Verwaltung für die Feuerwehr sehr zu schätzen“, so Grothoff, der versprach die Fahrzeuge immer gut zu pflegen. Vikar Ralf Josef Frenzel sprach mit Blick auf die vielen Feuerwehrleute im Ostenländer Pfarrheim: „Es ist ein Segen, dass so viele Menschen immer bereit sind, Hilfe zu bringen.“ Er segnete die Einsatzkräfte wie auch die Fahrzeuge. „Mein Dank gilt allen Feuerwehrleuten, die das jeweilige Fahrzeugkonzept entwickelt haben und sich auf den neuen Fahrzeugen haben schulen lassen“, unterstrich Löschzugführer Peter Bathe.


Text und Bild: A. Langer

Mittwoch mit erhöhtem Einsatzaufkommen

Am Mittwoch waren fast sämtliche Löschzüge der Gesamtwehr gefordert.


Zunächst wurde uns um 07:45 Uhr ein Feuer größeren Ausmaßes auf dem Gelände eines Gewerbebetriebes im Gewerbegebiet Ost 2 in Delbrück gemeldet. Bereits auf der Anfahrt war eine größere Rauchwolke zu sehen. Vor Ort stellte sich glücklicherweise heraus, dass es sich um ein kleineres Feuer innerhalb einer Halle handelte, welches schnell mit einem C-Rohr abelöscht werden konnte, bevor größerer Sachschaden entstand. Die Ursache blieb zunächst unklar.


Im weiteren Verlauf des Vormitttages wurden Kräfte vom Löschzug Delbrück und dem Löschzug Westenholz zu einem Verkehrsunfall auf der B64 kurz vor der AVIA Tankstelle gerufen. Hier war ein Audi vor einen Baum geprallt, der Fahrer allerdings nicht eingeklemmt. Somit wurde hier der Rettungsdienst unterstützt und die Einsatzstelle gesichert.


Im Laufe des Nachmittages löste gegen 15:00 Uhr die Automatische Brandmeldeanlage einer Flüchtlingsunterkunft in Delbrück aus. Hier sorgte angebranntes Essen für eine massive Rauchentwicklung. Mit 2 Hochleistungslüftern wurde das Gebäude entraucht und gelüftet. Es entstand kein weiterer Sachschaden.

Hilfskonvois für die Ukraine

2 Hilfskonvois unter Beteiligung der Feuerwehr Delbrück haben Ihren Weg an die Polnisch-Ukrainische Grenze gefunden. Ein Erfahrungsbericht von Axel Langer, welcher selbst den ersten Konvoi als Fahrer begleitet hat.


Delbrück (al). Es ist kurz vor 6 Uhr in der Früh. Der schnelle Kaffee zu Hause tut gut. Noch ist es dunkel. Nach und nach treffen die einzelnen Fahrzeuge des Delbrücker Hilfsgütertransport auf dem Parkplatz Laumes Kamp ein. Der Konvoi aus 13 Fahrzeugen vom Pkw über Sprinter, zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge, Sattelzüge und sogar ein Gigaliner treten bis unter das Dach vollgepackt die 1.270 Kilometer nach Medyka in der Nähe des polnischen Przemysl an. Schon in den Tagen zuvor haben viele fleißige Hände geholfen, tonnenweise Hilfsgüter, Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel zu packen und zu verladen. Eine kurze Anfrage von Konvoileiter Stefan Gutzmann und die Motoren werden angelassen. 35 Helfer machen sich auf den Weg.


Zusammen mit Nils Schadwinkel und dem Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer fahre ich einen Transporter mit Anhänger. Es ist ganz still im Transporter, als wir Delbrück verlassen. Jeder macht sich so meine Gedanken. Mir geht es da nicht anders. Was erwartet uns vor Ort? Wie kommen wir durch? Können wir tanken? Werden wir brenzlige Situationen erleben? Meine Gedanken bleiben an einer schlimmen Erinnerung hängen: Auf einer Studienfahrt in den Norden Israels musste ich als junger Mann plötzlich Zuflucht in einem Luftschutzbunker suchen. Es wurde ein Raketenbeschuss gemeldet. Die Raketen wurden abgefangen und es ist glücklicherweise nichts passiert, aber das Gefühl war schlimm. Auch jetzt fahren wir an den Rand eines Kriegsgebietes. Dann fallen mir die vielen ukrainischen Flüchtlinge ein, die unverschuldet ihre Heimat, ihre Wohnungen und vielleicht auch schon Familienmitglieder oder Freunde verloren haben. Mit dem Entschluss, diesen Menschen muss geholfen werden, wische ich die Erinnerungen beiseite.


Es wird hell und mir fällt auf, dass viele Hilfskonvois unterwegs sind. Spanier, Niederländer, Belgier, Franzosen, Engländer, aus ganz Europa sind Fahrzeuge in Richtung Ukraine unterwegs. Immer wieder überholen uns Fahrzeuge mit gelb-blauen Fahnen. Sind das viele, denke ich beeindruckt. Aber so groß wie der Delbrücker Transport ist kein anderer. Regelmäßig machen wir Pause und wechseln die Fahrer. Schnell richten Lennard Hils und Wolfgang Simsch eine kleine Küche her. Der heiße Kaffee tut gut. Immerhin haben wir noch Minustemperaturen. Am späten Nachmittag sind wir an der deutsch-polnischen Grenze. Wir sind gut durchgekommen, kein Stau. In der Nähe von Breslau versuchen wir zu tanken. Achselzuckend steht der Tankwart vor uns. „Er ist blank, hat keinen Diesel mehr“, übersetzt Marlena Wroblewska. Die junge Frau stellt sich der großen Aufgabe uns durch Polen zu lotsen und zu übersetzen. Das macht sie richtig gut. Unsere mitgeführte Tankstelle kommt zum Einsatz, 1.200 Liter Diesel sind unsere Reserve. Noch haben wir ein bisschen was im Tank und fahren weiter. Bei Krakau sind wir dann erfolgreich. Problemlos bekommen wir als Hilfskonvoi unsere Tanks vollgefüllt. Die Polen dagegen bekommen nichts. Was andernorts großes Gezeter ausgelöst hätte, nehmen die Polen, mal gelassen, mal bewusst hin. „Ihr seid jetzt wirklich wichtig. Ihr helft uns, der Ukraine zu helfen. Das ist großartig. Wenn der russische Staat den Bruderstaat Ukraine nicht will, sind wir eben der große Bruder. Wir müssen zusammenhalten“, sagt mir ein Pole, der selber gerade leer ausgegangen ist und wünscht uns eine gute Fahrt.


Als ich dann in den Abendstunden das Steuer übernehme, fällt mein Blick auf das Thermometer auf Auto. Minus acht Grad bei Kattowitz versprechen eine eisige Nacht. Gegen drei Uhr haben wir die Paderborner Partnerstadt Przemysl erreicht. Statt in einer bitterkalten Kaserne übernachten wir in einem Studentenwohnheim. Marlena Wroblewska hat die neue Unterkunft organisiert. Auch die 3er und 4er Zimmer waren seit Tagen nicht beheizt, aber doch etwas wohliger als die Kaserne. Schnell krabbel´ ich in den warmen Schlafsack und bin eingeschlafen. Ab acht Uhr soll entladen werden und da noch rund zehn Kilometer nach Medyka zu fahren sind, geht es früh weiter. Schnell ist der Konvoi wieder formiert und es geht über die Europastraße 40 auf das Gelände einer Spedition. Von hier aus sind es nur wenige hundert Meter bis zur polnisch-ukrainischen Grenze. Parallel zur Europastraße verläuft die Grenze. Wie es wohl dahinter aussieht? Wie geht es den Menschen? Die Region bis Lwiw, etwa 110 Kilometer entfernt, galt bis dahin als ruhig. Doch das sollte sich ändern.


Mir fallen viele Polizeifahrzeuge auf, die unterwegs sind. In unmittelbarer Grenznähe ist die Europastraße 40 durch die Polizei gesperrt. Nach einer Runde durch Medyka finden Stefan Gutzmann und Marlena Wroblewska die Zufahrt zur Spedition. Aus vielen Daumen gibt es ein „Daumen hoch“ für unseren Konvoi. Kein böses Wort, wenn wir am Straßenrand halten und uns orientieren müssen. „Wir verladen nun doch nicht auf Eisenbahnwaggons, sondern auf vier ukrainische Sattelzüge. Die Lkwfahrer passen auf die Hilfsgüter auf und bringen diese nach Lwiw. Die Waggons könnten irgendwo stranden, geplündert werden oder sogar dem Russischen Militär in die Hände fallen“, erklärt Marlena Wroblewska die nachvollziehbare Entscheidung.


Die flache Landschaft steigt auf der ukrainischen Seite zu einer sanften Hügellandschaft an. Immer wieder sieht man Rauchsäulen im Hinterland aufsteigen. Heute weiß ich, dass hier Sammelpunkte vom russischen Militär angegriffen wurden, an denen sich Freiwillige aus ganz Europa zusammenfinden, um auf ukrainischer Seite gegen den russischen Angreifer zu kämpfen. Uns wird klar, die Situation ist angespannt und unübersichtlich. Die Bitte der Spedition, möglichst vom Gelände aus keine Posts absetzen, keine digitale Spuren der Handys zu hinterlassen und keine Gebäudeinfrastruktur im Foto zeigen, bestärkt dieses Gefühl. Es wird schlagartig klar, dass der Hilfsgütertransport am Rande eines Kriegsgebietes operiert. Mit Hilfe von Marlena Wroblewska suche ich das Gespräch mit der Speditionsleitung. Ich möchte in Erfahrung ob und wie ich vor Ort Fotos machen kann. Ich stoße auf Entsetzen und zunächst Ablehnung. Nachdem ich verspreche, selbstverständlich keine Gebäude von außen, keine ukrainischen Lkw´s oder gar deren Fahrer zu zeigen, darf ich Fotos machen. Noch vor 24 Stunden hätte ich nicht geglaubt mir über solche Dinge Gedanken machen zu müssen. Aber die Sorge der Spedition sich zur Zielscheibe für wie auch immer geartete Racheakte zu machen, ist nicht von der Hand zu weisen.


Die Hilfsgüter werden abgeladen, in die vier Lkws umgeladen oder im Magazin der Spedition untergestellt. Die ukrainischen Fahrer sind mit großem Engagement bei der Sache. Die Fahrer sind sich der Gefahr für sie bewusst, strahlen aber bei der Ansicht der zahllosen Paletten. „So viele Hilfsgüter in die Ukraine liefern zu dürfen, macht uns stolz. Diese Mengen helfen uns wirklich weiter“, übersetzt Marlena Wroblewska. Die Fahrer packen kräftig mit an und werden ein paar Tage regelmäßig in das knapp 120 Kilometer entfernte Lwiw pendeln um alle Hilfsgüter aus dem Lager der Spedition zu holen. In Lwiw werden die Paletten neu sortiert. „Wir wissen genau, wo wir die Hilfsgüter hinbringen. Dort werden sie neu zusammengestellt und je nach Personenzahl der Empfänger sortiert“, lassen die Fahrer wissen. Das ist Einsatz. Unsere sicher anstrengende Fahrt über 21 Stunden kommt mir angesichts der Aufgabe für die ukrainischen Trucker als ziemlich gering vor.


Frühzeitig fährt Martin Steffens nach Przemysl zurück. Er nimmt fünf geflüchtete Personen mit nach Delbrück. Auch der Konvoi macht sich bald auf den Rückweg. Die ganze Nacht soll mit regelmäßigen Wechseln gefahren werden. Auf der Rückfahrt leistet die eigene „Tankstelle“ wieder wertvolle Dienste und ermöglicht die Weiterfahrt.

Auf einer Raststätte treffen die Delbrücker zufällig auf einen Bus mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie deren Müttern auf seiner Fahrt nach Deutschland. Begleitet werden sie von zwei jungen Pfadfindern. Bei uns gibt es Hot Dogs und wir kommen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass die Menschen im Bus keine Verpflegung mehr hatten. Schnell waren ein paar weitere Würstchen heiß gemacht, Brötchen geschnitten und die für die Konvoifahrer geplanten Lunchpakete hervorgekramt und unter den Flüchtenden verteilt. „Ich hätte nie geglaubt, Mitten in Europa in leuchtende Kinderaugen zu blicken, die sich über ein paar Heißwürstchen, einen Apfel oder Gummibärchen freuen“ spricht Michael Strunz aus, was alle im Konvoi denken.


Unsere Hilfe wird auf dem Rückweg durch Polen ein weiteres Mal benötigt, als uns ein Konvoi aus Fulda anspricht. Einem Geschwisterpärchen geht es nicht gut. Kreislaufprobleme und Unterkühlung mach der zwölfjährigen und ihrem achtjährigen Bruder zu schaffen. Ein Fuldarer Fahrzeug reiht sich in unseren Konvoi ein und fährt bis Dresden mit uns mit. Ein warmer Schlafsack und ein paar wärmende Getränke haben ihre Wirkung nicht verfehlt. In Dresden geht es den beiden schon wieder besser. Es gibt noch etwas warmes zu Essen und wir nehmen die letzte Etappe in Angriff.


Am Sonntag morgen wird Delbrück wohlbehalten erreicht. „Es hat alles gut geklappt. Unser Plan ist aufgegangen und wir haben alle die Gewissheit für die richtige Seite etwas getan zu haben. Das ist ein gutes Gefühl“, resümierte Konvoileiter Stefan Gutzmann müde aber zufrieden. Glücklicherweise ist die Solidarität in Delbrück sehr groß und lässt auch nicht nach. Am vergangenen Freitag konnte daher ein zweiter Hilfsgütertransport starten. Die drei Sprinter mit Anhänger haben für 50.000 Euro Spendengelder erworbene Medikamente sowie weitere Lebensmittelspenden an Bord und bringen diese nach Medyka. Unter dem Kennwort DRK Ukraine-Hilfe werden weiterhin Geldspenden gesammelt. Die Bankverbindung lautet DE67 4725 1740 0000 0111 14.


Text und Bilder: A. Langer

Verkehrsunfall in Westenholz

Drei verletzte Fahrzeuginsassen und zwei Pkw´s mit wirtschaftlichen Totalschäden sind die Bilanz eines Verkehrsunfalls am Montag Abend mitten in Westenholz. Die Ortsdurchfahrt musste für gut 90 Minuten für den Verkehr gesperrt werden. Den Sachschaden schätzten Polizeibeamte vor Ort auf rund 20.000 Euro.

Gegen 19.30 Uhr beabsichtigte eine 55-jährige Fahrerin eines Audi A3 aus Richtung Delbrück kommend von der Westenholzer Straße in Höhe des Abzweigs Suternstraße nach links auf den Parkplatz eines Restaurants abzubiegen. Dabei übersah sie einen aus Richtung Mastholte sich nähernden 5er BMW und nahm diesem die Vorfahrt. Der Audi prallte frontal in Höhe der Vorderachse gegen den BMW, drückte diesen auf den Bürgersteig wo der BMW-Kombi zum Stillstand kam. Der BMW wurde von einem 33-jährigen gefahren. Mit im Fahrzeug befand sich ein 37-jähriger Beifahrer. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte der Audi um 180 Grad herum und blieb völlig zerstört auf der Westenholzer Straße liegen. Alle drei Fahrzeuginsassen hatten großes Glück: Sie konnten sich selber aus ihren Fahrzeugen befreien. Nachdem sie mit Rettungstransportwagen aus Delbrück und Rietberg mit leichten Verletzungen in Krankenhäuser nach Lippstadt und Rheda-Wiedenbrück gebracht wurden, konnten alle drei Unfallbeteiligten die Krankenhäuser noch am Abend nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Unter der Einsatzleitung von Stefan Schormann-Diekmann rückten rund 20 Feuerwehrleute aus Westenholz an die Unfallstelle mitten im Dorf aus. Sie betreuten zunächst die verletzten Personen, sicherten die Unfallstelle ab und streuten anschließend große Mengen ausgelaufener Betriebsstoffe ab. Beide Fahrzeuge mussten mit Totalschäden abgeschleppt werden. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 20.00 Euro. Für die Bergung der Fahrzeuge und die Unfallaufnahme blieb die Westenholzer Straße zwischen dem Malvenweg und der Suternstraße bis gegen 21 Uhr gesperrt.

Text und Fotos: Axel Langer

Viel Arbeit am Karneval-Samstag

Am letzten Samstag im Februar waren einige unserer Löschzüge stark gefordert.


Los ging es morgens in Delbrück. In der Straße Am Rosenhügel wurde in einem Mehrfamilienhaus Gasgeruch gemeldet. Ein Trupp unter schwerem Atemschutz ging zum Messen vor, konnte jedoch keine erhöhten Konzentrationen in dem Gebäude feststellen. Vermutlich ging der Geruch von einem Abfluss aus.


Am Nachmittag wurde zwischen Anreppen und Boke ein führerloses Kanu auf der Lippe gesichtet. Da zunächst nicht klar war, woher dieses stammt und ob sich evtl. eine Person im Wasser befindet wurden die Löschzüge Delbrück, Boke und Bentfeld zu einem Wasserrettungseinsatz alarmiert. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass keine Person vermisst wird. Mit Hilfe der Drehleiter wurde ein Kamerad vom LZ Boke im Unterflurbetrieb über die Wasseroberfläche gefahren und konnte das herantreibende Kanu bergen.


Nachdem von diesem Einsatz alle Geräte und Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht waren wurde der Löschzug Delbrück zu einem Mülleimerbrand am Gymnasium alarmiert. Der Brand wurde mit einem Kleinlöschgerät bekämpft.


Kurze Zeit nach diesem Einsatz ertönten erneut die Meldeempfänger. In der Straße am Himmelreich in der Innenstadt war aus noch ungeklärter Ursache ein Wintergarten an einem Einfamilienhaus in Brand geraten. Bei Eintreffen der ersten Kräfte stand der Anbau bereits in Vollbrand und drohte, auf das Wohnhaus überzugreifen.

Im Haus befanden sich keine Personen mehr, 2 Jugendliche konnten sich rechtzeitig ins Freie begeben und einen Notruf absetzen. Sie wurden durch den Rettungsdienst gesichtet, mussten aber nicht behandelt werden.

Da die Scheiben zum Haus durch die große Hitze bereits geplatzt waren, griff das Feuer dann auch auf Einrichtungsgegenstände im Wohnzimmer über und es drang zudem massiv Brandrauch in das Haus ein.

Das Feuer wurde im Innen- und Außenangriff durch mehrere Trupps unter PA bekämpft. Es entstand ein hoher Sachschaden.

Bei diesem Einsatz war zusätzlich zum Löschzug Delbrück auch eine Einsatzunterstützung vom Löschzüg Bentfeld mit einem HLF vor Ort.


Fotos: Feuerwehr Delbrück

Garagenbrand in Delbrück

Am späten Samstagabend brannte in Delbrück in der Karlstraße eine Garage an einem Wohnhaus.


Da zunächst nicht klar war, ob sich noch Personen in der Garage bzw. im angrenzenden Wohnhaus befinden, wurden zusätzlich zu Kräften aus Delbrück Verstärkungen aus Ostenland und Lippling alarmiert. Aufmerksame Nachbarn hatten das Feuer entdeckt und die Hausbewohner informiert, welche sich unverletzt ins Freie retten konnten und bei Nachbarn unter kamen.


Aus noch ungeklärter Ursache stand die Garage nahezu in Vollbrand.

Da sich das elektrische Garagentor nicht mehr öffnen ließ, wurde dieses mit einem Trennschleifer geöffnet. Der anschließende Löschangriff über 2 Wege brachte dann einen schnellen Erfolg. Ein Übergriff auf das Wohnhaus konnte verhindert werden.

Eine bereits heiße Gasflasche musste gekühlt werden.


Fotos: A. Langer

2 Sturmtiefs fordern Feuerwehr

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag und am Freitagabend sorgten die beiden Sturmtiefs Ylenia und Zeynep mit Böen mit teils über 100 km/h für etliche Einsätze im Delbrücker Land.


Insgesamt wurden bei beiden Ereignissen rund 80 Einsatzstellen abgearbeitet. In den meisten Fällen sorgten umgestürzte Bäume bzw. Äste für versperrte Straßen und Wege. Bei einigen Bäumen brachen komplette Kronen in größerer Höhe ab, sodass diese entweder entfernt oder der jeweilige Baum komplett gefällt werden musste. Auch Überland-Telefonleitungen wurden stellenweise beschädigt.


In einigen Fällen sicherten die Einsatzkräfte beschädigte Dächer, von welchen weitere Gefahren ausgingen. In der Von-der-Recke Straße in Delbrück beschädigte ein umher fliegendes Trampolin eine Straßenlaterne so stark, dass diese aus Sicherheitsgründen zurück gebaut und der Mast abgeflex werden musste. Zwischen Ostenland und Delbrück stieß eine Autofahrerin mit einem kurz zuvor umgestürzten Baum zusammen. Es entstand glücklicherweise nur ein kleiner Blechschaden.


Zeitweise waren alle 6 Löschzüge zeitgleich im Einsatz. Um die Kreisleitstelle zu entlasten wurde bei beiden Ereignissen eine Örtliche Einsatzleitung und der Stabsraum im Gerätehaus in Delbrück in Betrieb genommen.

Weitere nachlaufende Sturm-Einsätze ereigneten sich jeweils an den Folgetagen.


Fotos: Feuerwehr Delbrück und A. Langer