Geschichte der Freiwilligen

Feuerwehr Westenholz

Nach dem verheerenden Großbrand der Möbelfabrik Nolte am 8.Juni 1960 und auch einigen anderen Bränden innerhalb der Gemeinde Westenholz wurden Stimmen laut ob es nicht angebracht wäre wenn Westenholz über eine eigene Feuerwehr verfügen würde. Bisher wurde Westenholz bei Bränden von den Feuerwehren aus Delbrück und auch aus Mastholte versorgt. Von Delbrück war jetzt aber die Forderung gekommen das die Gemeinde einen wesentlich höheren Betrag für den Brandschutz zahlen sollte. Es wurde daher von der damaligen Gemeindevertretung beschlossen den Versuch zu wagen eine eigene Feuerwehr in Westenholz zu gründen. Die Gemeindevertreter Stefan Thielemeyer,Franz Heimeier sowie die Bürger Hermann Altebokwinkel und Franz Tölle sprachen beim damaligen Kreisbrandmeister Ferdinand Böhle vor um die nötigen Informationen zur Gründung einer Feuerwehr zu erhalten. Die große Frage war ja,ob sich auch genügend junge Männer melden würden um sich als Feuerwehrmänner ausbilden zu lassen. Bereits Ende des 19 Jahrhunderts hatte es in Westenholz schon eine Art Feuerwehr gegeben. Diese verfügte bereits über eine Feuerspritze die von einer Feuerversicherungsgesellschaft  gespendet worden war. Inwieweit die Feuerwehr damals organisiert war kann man heute nicht mehr nachvollziehen.  Am 9.Februar 1962 fand dann in der Gastwirtschaft Beringmeier eine Versammlung statt mit dem Zweck der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Diese Versammlung fand ein ungeahntes Interesse,von 80 anwesenden männlichen Bürgern meldeten sich spontan 39 zumeist jüngere Männer bereit, aktiven Dienst in einer Feuerwehr zu verrichten. Die Herren der Gemeindevertretung,der Kreisbrandmeister und auch der Stadtdirektor Hoch zeigten sich sehr erfreut übersoviel Idealismus. An diesem Abend wurde bereits mit Franz Tölle der Wehrführer gewählt. Die entsprechende Ausbildung für diesen Posten mußte er allerdings noch an der Landesfeuerwehrschule in Münster nachholen. Es wurde beschlossen das man sich schon nach einer Woche wieder versammeln wolle um einen Schriftführer und Kassierer zu wählen.

Diese Wahlen hatten dann folgendes Ergebniss ,1 Schriftführer Johannes Ebbesmeier sein Stellvertreter Berni  Thielemeyer,1 Kassierer Stefan Beringmeier und sein Stellvertreter Hermann Altebokwinkel. Die Versammlungen fanden fortan im Vereinslokal Beringmeier statt. Man einigte sich auf jeden ersten Freitag im Monat. Jeder dritte Freitag wurde als Übungsabend vorgesehen. Noch war es aber nicht soweit,denn die aktiven Mitglieder mußten zunächst erst einmal ausgebildet werden um Hilfeleistungen durchführen zu können. Den ersten Einsatz hatte man schon am  Tag nach der Gründung. Der 10.Februar 1962 war ein derart stürmischer Tag daß im Lebensmittelgeschäft Beringmeier die Schaufensterscheiben eingedrückt wurden. Mit vereinten Kräften gelang es das man mit Schalbrettern und Gerüstbohlen den Laden übers Wochenende wieder notdürftig dicht machen konnte. Für die Gemeinde Westenholz gab es jetzt allerlei Unkosten. Die Feuerwehrmänner mußten jetzt ausgerüstet werden. Als erstes erhielt jeder einen Blaumannkombi,Helm und Hakengurt. Die blaue Ausgehuniform wurde im Sommer 62 angeschafft. Die Gemeindevertretung faßte auch sofort den Entschluß ein Tanklöschfahrzeug anzuschaffen. An drei Samstagen des nachmittags wurde jeweils ein TLF 16 vorgeführt. Diese Vorführungen waren stets gut besucht da man außer Informationen zu den Fahrzeugen auch immer mit einem Umtrunk und Imbiß versorgt wurde. Nachdem Mercedes,MAN und Magirus ihre Fahrzeuge vorgestellt hatten entschied sich die Gemeindevertretung dann für ein Magirus Fahrzeug. Die Ausbildung der Kameraden die im April begann wurde vom Kreisbrandmeister Hans Tilly aus Paderborn durchgeführt. Von der Feuerwehr Delbrück wurde ein altes Fahrzeug LF 15 zur Verfügung gestellt und in Beringmeiers Scheune untergestellt. Die Oberbrandmeister Bernhard Grothoff aus Delbrück und Hermann Tepper aus Westerloh beteiligten sich auch an der Ausbildung,Hermann Tepper brachte auch des öfteren das Westerloher Fahrzeug mit. Woche für Woche übten jetzt 36 Kameraden zumeist auf dem Schützenplatz und bei Übungen mit Leitern und Seilen bei Beringmeiers Scheune. Es war eine harte Zeit bei der jedem bewußt wurde das man manche Stunde Freizeit für die Feuerwehr opfern mußte. Am 23.November war es dann soweit das man mit zur Verfügung gestellten Fahrzeugen der Nachbarwehren bei der Firma Nolte eine Übung durchführen konnte um unter Beweis zu stellen das sich die Ausbildung gelohnt hatte. Bei der anschließenden Manöverkritik war man voll des Lobes über den Ausbildungsstand der Westenholzer Feuerwehr. Das LF 15 aus Delbrück blieb zunächst einmal in Westenholz da das neue Fahrzeug eine Lieferzeit von eineinhalb Jahren hatte. Um die Feuerwehr zu alarmieren wurde auf dem Haus Beringmeier eine Sirene installiert. Diese wurde von Hand ausgelöst. Jedem Westenholzer Bürger wurde eingeprägt sich die Telefonnummer von Beringmeiers einzuprägen. Der erste Brand an dem sich die Feuerwehr beteiligte war auf dem Hof Bökmann Heitmar am 29.9.62 wo ein Schweinestall den Flammen zum Opfer fiel. Der nächste Brand war in der Ziegelei Hartkemper.Immerhin wurden schon 252 Einsatzstunden geleistet. Im November war es dann soweit das jeder Feuerwehrmann mit einer Ausgehuniform ausgestattet wurde. Natürlich war man auch stolz jetzt eine Uniform zu  haben. Zum ersten Mal wurde die Uniform getragen bei der Amtsübung am 17.11.62 bei der Polsterfabrik Pamme. Allerdings war man hier nur als Zuschauer. Am 10.Februar 1963 nahm man erstmals an der Agathaprozession in Delbrück teil, diese Tradition hat sich bis heute erhalten. Im Februar 63 fand auch die erste Jahreshauptversammlung der Feuerwehr statt. Alle aktiven Kameraden 38 an der Zahl waren erschienen. Als Ehrengäste waren der Kreisbrandmeister Böhle der Kreisausbilder Tilly, Amtsbrandmeister Voss sowie die Brandmeister Grotthof und Tepper anwesend die den Westenholzer Anerkennung für ihre Aufbauarbeit und ihr Engagement zollten. Auch wenn vieles noch ein Provisorium war,es konnte nur besser werden. Es muß auch erwähnt werden das in der Gründungszeit ein guter Kontakt zu Führungskräften der Feuerwehr Paderborn und Lippspringe bestanden hatte. Wehrführer Tölle hatte inzwischen seinen Brandmeisterlehrgang absolviert. Endlich Ende Juli 1963 traf das neue Fahrzeug  TLF 16 Magirus ein. Einige Kameraden hatten das Fahrzeug selbst vom Herstellerwerk in Ulm abgeholt. Sie wurden dort auch eingehend mit der Handhabung unterwiesen. Das alte Delbrücker Fahrzeug konnte jetzt wieder zurückgegeben werden und das neue TLF nahm den Platz in Beringmeiers Scheune ein. Noch bevor die offizielle Übergabe erfolgen konnte fand schon der erste Einsatz mit dem neuen Fahrzeug statt. Es konnte keinen ungünstigeren Zeitpunkt dafür geben. In Delbrück fand an diesem Tag aus Anlaß des 85 jährigen Bestehens das Kreisverbandsfest statt. Die meisten Westenholzer Kameraden waren hier anwesend und es wurde bis in den frühen Morgen gefeiert. Man war kaum zu Hause als um ½ 3 Uhr die Sirene heulte.Es brannte ein Wohnhaus an der Grubebachstraße.Zum Glück war die Feuerwehr Rietberg jedoch auch schon vor Ort und hatte Westenholz hinzugerufen. Am 15.9.63 erhielt das Fahrzeug dann den kirchlichen Segen durch Pfarrer Johannes Koch. Nach der offiziellen Übergabe durch die Gemeinde wurde eine Schauübung durchgeführt zu der viele Westenholzer Bürger und auch Feuerwehrprominenz der umliegenden Wehren  erschienen waren. Im September 63 nahm auch mannstark an der 100 Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Lippstadt teil. Kreisbrandmeister Böhle ,Kreisausbilder Tilly und Amtsbrandmeister Voss überprüften in einer unverhofften Alarmübung auf dem Hof Volland die Schnelligkeit und Schlagfertigkeit der Westenholzer Wehr. Als am Samstag den 2.11.63 nachmittags um 3 Uhr die Sirene ausgelöst wurde waren innerhalb von 3 Minuten über 20 Kameraden anwesend um an der Übung teilzunehmen. Aus der Bevölkerung wurden damals Stimmen klaut warum man denn so eine Übung gerade auf Allerseelen machen müsse. Doch auch diesen Kritikern von denen es damals viele gab kam es später zu Bewußtsein das sich die Feuerwehr den Zeitpunkt der Einsätze auch nicht aussuchen kann. Ende November nahm man dann erstmals auch an der Amtswehrübung teil die bei der Möbelfabrik Rodehutskors in Espeln stattfand. Im Jahr 1964 gab es ein Problem mit der Unterbringung des TLF. Wegen Umbauarbeiten bei Beringmeiers wurde die Scheune abgerissen,somit hatte man keine Unterstellmöglichkeit mehr.Als Notlösung wurde das Fahrzeug dann beim Kameraden Franz Schormann in der Scheune untergestellt. Dies konnte aber keine dauernde Lösung sein da bei einem Alarm das TLF zuerst ins Dorf gefahren werden mußte um die Kameraden mitzunehmen. Es war alles ein großes Provisorium.Im Juli des Jahres bekam man auch endlich einen 2 Brandmeisterlehrgang in Münster zugewiesen, den Alfons Ebbesmeier absolvierte.Zwischenzeitlich war man in Westenholz aber doch so weit gekommen das ein Feuergerätehaus hergerichtet wurde. Die alte Kirchschule am Ortseingang wurde umgebaut um Platz für 2 Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge zu schaffen. Anfang 1965 war es dann soweit das man das neue Gerätehaus beziehen konnte. Jetzt konnte man auch endlich die Einsatzkleidung die man früher zu Hause hatte hier unterbringen.