ABC Dekongruppe, Dekontaminationsaufbau.
Aufbau von Dekontaminationsstellen durch THW und Feuerwehr.

Bericht: Neue Westfälische

Die Geflügelgrippe hat den Kreis Paderborn erreicht.

Kreis Paderborn/Delbrück (my). Die Geflügelgrippe hat den Kreis Paderborn erreicht. Gestern wurde in einem Bestand in Delbrück-Lippling das Influenza A-Virus nachgewiesen. Ob es sich um den den Subtyp H7 handelt, der in den Beständen im benachbarten Rietberg gewütet hat, ist noch ungewiss. Die Untersuchungen laufen. Das teilte gestern Abend Michaela Pitz, Sprecherin des Kreises Paderborn, mit. Um eine weitere Ausbreitung des für Geflügel ansteckenden Virus zu verhindern, ordnete der Kreis umgehend die Tötung von 8.000 Lege- und 4.000 Junghennen.

Nach einer Einsatzbesprechung im Delbrücker Rathaus am Nachmittag begannen der ABC-Zug des Kreises, die Feuerwehr Delbrück und das Technisches Hilfswerk mit den Vorbereitungen, den Hof seuchentechnisch zu isolieren, Schleusen zu installieren und Dekontaminations-Einrichtungen für Personen und Fahrzeuge zu errichten. Die eigentliche Keulung der Hennen durch Tierärzte begann erst bei einsetzender Dunkelheit. Die Tierkadaver wurden in Container umgeladen und anschließend in einer Tierkörperbeseitigungsanlage der Firma SNP Icker GmbH in Lohne entsorgt.

Um den betroffenen Betrieb wurde eine Sperrzone mit einem Radius von einem Kilometer gezogen. In dieser Zone befinden sich zwei weitere gewerbliche Tierhalter mit einem Bestand von rund 30.000 Tieren. Das Transport-Verbot, das bis Dienstag um Mitternacht jegliche Beförderung von Geflügel untersagt hatte, wurde vom Kreis um weitere 72 Stunden bis Freitag, 3, Juni, um Mitternacht verlängert. Begründet wurde die Verlängerung mit dem noch immer angespannten Seuchengeschehen im Süden Rietbergs und dem Ausbruch in Delbrück. Ob es sich bei dem Ausbruch in Delbrück um eine noch oder niedrig ansteckende Variante der Geflügelgrippe handelt, ist noch offen. Die von Veterinären gezogenen Proben befinden sich auf dem Weg ins Friedrich-Loeffler-Institut, dem nationalen Referenzlabor auf der Insel Riems in Meckenlenburg. Da die Tötung des Tierbestandes in Lippling angeordnet wurde, wird der betroffene Landwirt aus der Tierseuchenkasse entschädigt.

Aufbau von Dekontaminationsstellen durch THW und Feuerwehr

Bislang sind in Ostwestfalen im Kreis Gütersloh vier Betriebe mit zusammen fünf Standorten von der Geflügelseuche betroffen. Mehr als 64.000 Tiere wurden bereits getötet. Bei allen erkrankten Tieren handelte es sich laut dem Kreis nicht um den gefährlichen Erreger vom Typ H5N1, der vor fünf Jahren auch schwere Erkrankungen bei Menschen zur Folge hatte. Schwerpunkt der Seuche ist der Süden um die Stadt Rietberg.

Westfälisches Volksblatt

Influenza A -Virus im Raum Delbrück - Vorsorglich 8000 Legehennen und 4000 Junghennen gekeult

Delbrück/Kreis Paderborn (WV/krpb/spi). Auf einem Hof im Delbrücker Land ist die Geflügelgrippe (Influenza A -Virus) nachgewiesen worden. Da es sich um einen Verdachtsbestand handelt, wurden gestern Abend vorsorglich 8000 Legehennen und 4000 Junghennen getötet.

8000 Legehennen und 4000 Junghennen wie diese sind gestern vorsorglich getötet worden.

Michael Pitz, die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, sagte gestern Abend: »Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung der Geflügelgrippe zu verhindern. Ob es sich um eine hoch oder niedrig ansteckende Variante handelt, kann noch nicht gesagt werden. Der Virus-Subtyp H 7 konnte noch nicht bestätigt werden.«

Die von den Veterinären des Kreises gezogenen Proben sind auf dem Weg zur Insel Riems. Hier hat das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, seinen Sitz. Mit den Ergebnissen wird spätestens am Freitag gerechnet. Um den betroffenen Betrieb wurde eine Sperrzone mit einem Radius von einem Kilometer gezogen. In der Sperrzone befinden sich zwei weitere gewerbliche Tierhalter mit etwa 30 000 Tieren.

Das Technische Hilfswerk Paderborn und die Freiwillige Feuerwehr Delbrück halfen gestern ab 18 Uhr mit den Vorbereitungsarbeiten zur Tötung der Tiere. Die eigentliche Keulung des Geflügels folgte von 21 Uhr an. Die getöteten Tiere werden in einer Tierkörperbeseitigungsanlage mit Sitz in Lohne entsorgt.

Wenn die Tötung eines Tierbestandes amtich angeordnet wird, erhalten die betroffenen Landwirte eine Entschädigung aus der Tierseuchenkasse.

Das »Stand still«-Verbot für Delbrück und Hövelhof, das bis heute 0 Uhr sämtliche Beförderungen von Geflügel untersagte (das WV berichtete), wird um weitere 72 Stunden bis Freitag verlängert. Grund ist das sich verschärfende Seuchengeschehen im Kreis Gütersloh und der jetzige Ausbruch im Delbrücker Land. Von diesem Verbot ausgenommen sind Eintagsküken, Schlachtgeflügel zur unmittelbaren Schlachtung, gehaltene Vögel im Durchgangsverkehr auf Hauptstraßen des Fernverkehrs und im Schienen-, Schiffs- und Flugverkehr. Geflügel in Delbrück und Hövelhof muss zudem weiterhin im Stall bleiben.

Nach Angaben der Kreisverwaltung kann auf gesonderten Antrag im Einzelfall eine Ausnahmegenehmigung für die Verbringung von Junggeflügel im Inland in einen Bestand erteilt werden. Sichergestellt sein muss in diesem Fall jedoch, dass eine schriftliche Einverständniserklärung der für den Bestimmungsbestand zuständigen Überwachungsbehörde vorliegt, der Bestimmungsbestand amtlich überwacht wird, das Geflügel mindestens 21 Tage in diesem Bestand verbleibt, dort kein anderes Geflügel gehalten wird und ein negatives (nichtamtliches) virologisches Untersuchungsergebnis aus jeweils 20 Tracheal- und Kloakentupferproben vorliegt.

Gesetzliche Meldepflicht

Wer Geflügel hält, auch hobbymäßig, ist per Gesetz verpflichtet, dem Kreis Paderborn diese Haltung anzuzeigen und mitzuteilen, ob er das Geflügel in Ställen oder im Freien hält. Dieser Meldepflicht muss nunmehr unverzüglich nachgekommen werden. Die Allgemeinverfügung steht auf den Internetseiten des Kreises zum Herunterladen bereit.

www.kreis-paderborn.de