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27. August, Feuerwehr Delbrück nach Katastrophenalarm im Kreis Steinfurt zur überörtlichen Hilfe der Feuerwehr Nordwalde mit starken Kräften im Einsatz.
Bericht: Neue Westfälische 60 Feuerwehrleute helfen Flutopfern in Nordwalde Delbrück (my). Mit 60 Einsatzkräften und 12 Fahrzeugen ist die Delbrücker Feuerwehr am Freitagmittag nach Nordwalde (Kreis Steinfurt) gefahren. Dort waren nach verheerenden Niederschlägen mehrere hundert Keller vollgelaufen und die Kläranlage ausgefallen. Zwischen den Feuerwehren beider Kommunen besteht seit 2003 eine enge Freundschaft. Bürgermeisterin Sonja Schemmann und Wehrführer Norbert Schröer hatten die Delbrücker persönlich um Hilfe gebeten. Die Einsatzleitung hatten Stadtbrandmeister Reinhard Brand und sein Stellvertreter Alfons Heisener. |
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Zahlreiche Keller von Häusern und der Kardinal von Galen Schule mußten von Wassermassen befreit werden mithilfe von Fahrzeugpumpen, TS 8/8 und Wasserstaubsaugern. |
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Fotos: FW mb |
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Wasser aus Kellern abgepumpt, Delbrücker Feuerwehr vom Hilfseinsatz in Nordwalde zurück Neue Westfälische Delbrück/Nordwalde (sf). In der Nacht zu Samstag waren die rund 60 Einsatzkräfte der Delbrücker Feuerwehr wieder zurück von ihrem Hilfeeinsatz im überfluteten Nordwalde (Kreis Steinfurt). Im Konvoi mit zwölf Fahrzeugen waren sie dem Hilferuf von Bürgermeisterin Sonja Schemmann gefolgt und hatten in Nordwalde die Kollegen von der Wehr Gelsenkirchen abgelöst. Als die Kameraden um Stadtbrandmeister Reinhard Brand und seinen Stellvertreter Alfons Heisener eintrafen, mussten noch 150 Einsatzstellen abgearbeitet werden. "Das Wasser war zu dem Zeitpunkt schon abgelaufen", erklärt Meinolf Brökelmann von der Delbrücker Wehr. Es habe sich ihnen ein Bild der Verwüstung geboten. "In vielen Kellern hatte das Wasser wohl bis unter die Decke gestanden." Und schwappte noch in Gläsern, die ganz oben auf Regalen standen. Nun waren noch 30 bis 50 Zentimeter in den Kellern einer Siedlung abzupumpen. Zudem musste auch die Kardinal-von-Galen-Schule gemeinsam mit den Kollegen vom Technischen Hilfswerk von den Wassermassen befreit werden. "Wir haben von allen Seiten das Wasser rausgepumpt." Gefragt war auch Muskelkraft bei der Beseitigung des vom Wasser zerstörten Inventars der Häuser. Gut, dass es beim Eintreffen in Nordwalde gleich einen Schlag warmer Erbsensuppe gegeben hatte. Denn bis zum Abrücken hatte keiner der Delbrücker mehr viel Zeit. Pumpen, pumpen, pumpen war angesagt. Bericht Polizei Kreis Steinfurt (ots) - Landrat Thomas Kubendorff hat in der Nacht Katastrophenalarm für den Kreis Steinfurt ausgelöst. Der Krisenstab des Kreises ist in der Nacht zum Freitag (28. August) in der Kreisleitstelle der Feuerwehr zusammengekommen. Die Einsatzkräfte sind an allen Brennpunkten im Einsatz. Deshalb können nicht alle Keller in Privathaushalten abgepumpt werden. AZ Allgemeine Zeitung: So sah es gestern in vielen Nordwalder Straßen aus: Einsatzkräfte pumpten ununterbrochen Keller leer. Foto: msc Nordwalde - Irgendwann bei rund 200 Meldungen haben die Einsatzkräfte aufgehört zu zählen. Wie viele Keller in Nordwalde tatsächlich vollgelaufen sind, stand gestern Abend noch nicht fest. In mindestens zwei Fällen reichte abpumpen alleine nicht aus, da Öltanks leckgeschlagen waren. In einer Bäckerei machte das Gemisch aus Wasser und Heizöl über 20 Tonnen Mehl unbrauchbar. Im Dorf ging eine ähnlich stinkende Brühe quer durch ein Einfamilienhaus, das jetzt ein Sanierungsfall ist. Die Hilfsbereitschaft im Ort war groß: Noch in der Nacht hatten ehrenamtliche Helfer Tausende Sandsäcke befüllt und verteilt. Etliche Landwirte halfen mit ihren Maschinen, Keller auszupumpen. |
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Münstersche Zeitung Land unter in Steinfurt Gewaltige Wassermassen auf der einen Seite, Einsatzkräfte und Hausbesitzer am Rande der Erschöpfung auf der anderen. Steinfurt kämpfte in der Nacht zu Freitag und den gesamten gestrigen Tag über gegen die Auswirkungen von Sturmtief „Cathleen“ , die überflutete Steinfurter Aa und hunderte vollgelaufener Keller. „Wir sind seit Donnerstagabend 18.15 Uhr mit allen Einsatzkräften unterwegs“, gab Stadtbrandinspektor Dirk Telgmann am frühen Freitagmorgen einen ersten Lagebericht. Bis dahin hatten die rund 100 Feuerwehrleute der beiden Steinfurter Löschzüge schon über 300 Einsätze hinter sich. Unterstützt wurden sie von Feuerwehrkräften aus Münster und Neuenkirchen und dem Technischen Hilfswerk aus Rheine. Helfer des DRK Steinfurt sorgten für die Verpflegung. Landrat Thomas Kubendorff hatte um 0.15 Uhr Katastrophenalarm für den Kreis Steinfurt ausgelöst. Der Krisenstab des Kreises versammelte sich in der Leitstelle der Feuerwehr in Rheine. Schon in der Nacht hatte die Steinfurter Feuerwehrführung entschieden, das Auspumpen privater Keller zurückzustellen. Vorrang hatte die Rettung von Tieren auf Bauernhöfen. Telgmann: „Auf einem Hof stand den Kühen das Wasser fast schon bis zum Hals.“ Westfälische Nachrichten Der Tag, als der Regen kam: Land unter im Kreis Steinfurt Kreis Steinfurt - 1300 Feuerwehrleute aus allen 24 Gemeinden im Kreis Steinfurt, plus 800 Feuerwehrleute aus den Nachbarkreisen plus 800 Kräfte des Technischen Hilfswerks sowie anderer Organisationen kämpften in der Nacht zu gestern bis zur Erschöpfung gegen die Regenfluten im Kreis Steinfurt. Unter anderem mit 30 000 eilends herbeigeschafften Sandsäcken versuchten sie der Lage Herr zu werden. Mit relativem Erfolg. „Im Prinzip sind wir noch glimpflich davongekommen, auch wenn überflutete Keller für die Betroffenen natürlich sehr bitter sind“, zog Landrat Thomas Kubendorff am Mittag ein erstes Fazit. Um 0.15 Uhr am Freitagmorgen hatte er Katastrophenalarm für den Kreis Steinfurt ausgelöst. Fortan koordinierte der Krisenstab des Kreises mit Ordnungsdezernent Dr. Martin Sommer an der Spitze von der Kreisleitstelle Rheine aus die Einsätze. Kubendorff machte sich vor Ort ein Bild davon, was Starkregen von bis zu 200 Liter Wasser pro Quadratmeter anrichten kann. „Mannomann, das war, als ob plötzlich der Rhein durch Metelen fließt“, schilderte er seine Eindrücke von der Vechte bei Langenhorst, deren Pegel in der Nacht bis um einen Meter pro Stunde gestiegen war. Obwohl der Kreis Steinfurt als Ganzes von dem Starkregen betroffen gewesen sei, habe es doch besondere Schwerpunkte in den Gebieten des Steinfurter Landes gegeben, die auch vor Jahren von der Schnee-Katastrophe heimgesucht wurden: „Schnee ist ja gefrorener Regen. Das ist wohl ein Fall für die Klimaforscher“, meinte Kubendorff.
„So etwas darf nicht noch mal passieren“ Nordwalde - Zählt man nur die gemeldeten Fälle, dann sind zwischen Freitagabend und Samstagmittag allein in Nordwalde rund 270 Keller voll gelaufen. „Aber bestimmt zwischen 80 und 100 wurden privat leer gepumpt“, schätzte Bürgermeisterin Sonja Schemmann gestern Mittag im Gespräch mit den WN die Zahl jener Keller, die ohne Hilfe der Einsatzkräfte vom Wasser befreit werden konnten.
Nach zweieinhalb Tagen, in denen auch sie kaum zur Ruhe gekommen war, fiel die Bilanz der Bürgermeisterin durchwachsen aus. „Was die Feuerwehr, viele Ehrenamtliche und die Nachbarschaften geleistet haben, war enorm. Das zeichnet Nordwalde aus“, zollte sie allen Helfern im Ort größte Anerkennung. Das gelte natürlich auch für die auswärtigen Einsatzkräfte wie die Kameraden aus Altenberge. Gut geklappt habe auch die Zusammenarbeit mit dem Kreis, der nach der Ausrufung des Katastrophenalarms die Koordination übernommen habe. Auch wenn ein solcher Regen eine absolute Ausnahme ist, sieht die Bürgermeisterin jetzt Handlungsbedarf: „So etwas darf in diesem Ausmaß nicht noch einmal passieren. Wir müssen und wir werden etwas unternehmen.“ Es müsse verhindert werden, dass bei einem solchen Starkregen noch einmal so viel Wasser innerhalb so kurzer Zeit ins Dorf strömt, wie das jetzt der Fall war. Das Gerätehaus der Feuerwehr war am Samstag noch bis 17 Uhr besetzt. Wehrführer und Gemeindebrandinspektor Norbert Schröer war gestern schon mit der Dokumentation beschäftigt. Sein erstes Fazit: „Nach einer Chaosphase hatte sich alles ganz gut eingespielt.“ Die letzten Keller waren laut Schröer schon am Freitag gegen 23.30 Uhr abgepumpt. Am Samstag hätten viele Einsatzkräfte Betroffenen geholfen, ihre Keller auszuräumen. Beim Abtransport des zerstörten Hausrats halfen auch zahlreiche Landwirte ehrenamtlich mit Treckern und Hängern mit. Schröer, der gleichzeitig Leiter des gemeindlichen Bauhofes ist, sieht auf den ersten Blick kaum Möglichkeiten, solche Wassermassen mittels der vorhandenen Infrastruktur entscheidend in den Griff zu bekommen: „Das war einfach zu viel.“ „Es ist eine Katastrophe“ Nordwalde - Es war so gegen kurz nach eins, als Erich Krüßel die Papiertonne an die Straße stellen wollte. Sehen konnte er kaum etwas, aber hören: „Das machte nur blubb, blubb“, berichtet der Nordwalder am Morgen danach. Was da so blubberte waren Wassermassen, wie sie das Dorf lange nicht gesehen hat. Krüßel geht in seinen Garten, der direkt an Wissings Teich grenzt. Die Sitzgarnitur dümpelt im Wasser vor sich hin, Blumentöpfe sind zur Hälfte im Nass verschwunden. Direkt nebenan kommt gerade Sabine Schüler zurück nach Hause. Die vergangenen Stunden hat sie im Franziskushaus verbracht, wo die Gemeinde noch in der Nacht eine Anlaufstation für Betroffene eingerichtet hatte. Helfer von THW hatten sie gegen 4 Uhr aus ihrem Haus geholt, genauer gesagt getragen - damit sie keine nassen Füße bekommt. Das Erdgeschoss war so just trocken geblieben. Doch im Keller steht das Wasser über einen Meter hoch. Sabine Schüler leuchtet mit einer Taschenlampe auf die trübe Brühe. Der Strom ist weg. Mit Wasser im Keller hat sie beileibe nicht als Einzige zu kämpfen. Stellenweise waren bis zu 200 Milliliter pro Quadratmeter gefallen. Den Scheddebrock hatte es besonders heftig erwischt. Die Feuerwehr war die ganze Nacht über pausenlos im Einsatz. Bis zum Nachmittag gehen Dutzende Meldungen ein. Wehrführer Norbert Schröer hat irgendwann aufgehört zu zählen. Sein Stellvertreter Uwe Schmitz war gegen 11 Uhr bei grobgeschätzten 250 Mal, die der Pieper ging. Im Gerätehaus ist es ein Kommen und Gehen: THW-Helfer aus Greven und Havixbeck sind schon seit Stunden im Einsatz, ebenso Feuerwehrleute aus Altenberge und Gelsenkirchen. Die Nordwalder selbst gehen mit 70 Mann an ihre Leistungsgrenzen. Ein Rad greift ins andere: Mitglieder der Ehrenabteilung sorgen für die Verpflegung, die Jugendfeuerwehr räumt auf und weg und hält den aktiven Kameraden den Rücken frei. Landwirte pumpen allerorten Wasser aus Kellern in ihre Güllefässer und fahren es ab. Bürgermeisterin Sonja Schemmann hat sich die ganze Nacht über ein Bild von den Ausmaßen der Überschwemmung gemacht und den Betroffenen Mut zugesprochen. „Es ist eine Katastrophe“, fällt kurz vor Mittag ihr Fazit aus. Sie ist auf dem Weg zum Rathaus, wo Journalisten und Kamerateams warten. Im Dorf, vor allem an der Emsdettener Straße, sieht man Bilder, die man sonst nur aus dem Fernsehen vom Oderbruch oder vom Rhein kennt: Hauseingänge, die mit Sandsäcken gesichert sind. Noch in der Nacht haben zwei Dutzend Nordwalder ehrenamtlich die vom THW organisierten leeren Säcke am Bauhof befüllt und im Dorf verteilt. Für die Landbäckerei Elshoff kamen sie allerdings zu spät. Dort war der Regen sintflutartig heruntergekommen, so dass die Straße knietief unter Wasser stand. Es lief in den Keller unter der Backstube und machte über 20 Tonnen Mehl unbrauchbar. Außerdem schlug der Öltank leck. Am Morgen danach sind Matthias und Doris Elshoff nach über 24 Stunden auf den Beinen zwar kaputt, aber auch gerührt: „Es war super, wie schnell hier 20 Mann standen und geholfen haben. Einer hat sogar seinen Flieger nach Mallorca sausen lassen“, berichtet Matthias Elshoff, der am liebsten gleich wieder anfangen würde zu backen. Weniger zuversichtlich sind Brigitte und Hermann Plöger vom Kokamp. Auch bei ihnen ist der Öltank geborsten. Am frühen Morgen stand das Wasser nicht nur im Keller, sondern auch im Erdgeschoss. Der ganze Kokamp stinkt nach Öl, bei den Plögers sind die Fliesen mit einem schillernden Film überzogen, die Möbel sind hinüber. „Da möchte man einfach nur heulen“, sagt die Hausherrin völlig resigniert. Ihr Mann schätzt den Schaden auf mindestens 150 000 Euro und prophezeit: „Vor Weihnachten kommen wir hier nicht wieder rein.“ Richtig sauer sind die Kokamp-Anlieger auf die S-Grund, die das neue Baugebiet Dömerstiege/Weidkamp erschlossen hat. Sie hatten damals gewarnt, dass das Wasser bei Starkregen vom neuen, höher liegenden Baugebiet in den Kokamp laufen könnte - und sehen sich jetzt bestätigt. „Das gibt Schadensersatzforderungen“, kündigte Peter Herbeck an, der ebenfalls betroffen ist und seinerzeit zu den Wortführern gehörte.
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