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16.
Juli 1965
Vor
45 Jahren. Unwetterkatastrophe im Paderborner Land. Einsätze
der Feuerwehr Westenholz.

Es
war der 16. Juli an einem Freitag. Ab 5 Uhr morgens war ein ein
unentwegtes Donnergrollen zu hören, Sintflutartige
Regenfälle setzten ein. Es kam kein Tageslicht, es blieb
den ganzen Tag über Dunkel wie bei Nacht. Die
Straßenbeleuchtung ging nicht mehr aus. Sekundenweise
wurde es nur hell durch zuckende Blitze. Die sturzflutartigen
Regenfälle hörten keine Minute auf. Gegen Mittag stand
der Ortskern Westenholz bereits 30 cm unter Wasser. Gegen 14.30
Uhr Nachmittags wurde im Kreis Paderborn Katastrophenalarm
ausgelöst. Die Überschwemmungen im Kreis hatten
katastrophale Ausmaße erreicht. In Paderborn wurde ein
Krisenstab gebildet. Die Überschwemmungen als Folge der
fürchterlichen Regenfälle nahmen ungeahnte Ausmaße
an. Sieben Menschen verloren im Altenautal ihr Leben.

Für die
damalige Ortsfeuerwehr Westenholz erstreckten sich die Einsätze
zunächst auf den Ort. Besonders schlimm traf es zahlreiche
Kükenställe die überflutet waren. Auf einer
Stelle mußte eine Straße durchbrochen damit die
Wassermaßen abfließen konnten. Gegen Abend ließ
der Regen nach und um 20 Uhr hatte man in Westenholz die
wichtigsten Hilfeleistungen erledigt. Da das Westenholzer TLF
noch nicht über Funk verfügte wurde man kurz darauf
von der Feuermeldestelle Beringmeier telefonisch aufgefordert
sofort nach Paderborn auszurücken wo zahlreiche Keller
ausgepumpt werden mußten. Mit dem TLF und der TS 8 die mit
einem Bulli befördert wurde, fuhr man über Anreppen,
Bentfeld nach Paderborn. Durch Sande und Schloß Neuhaus
war bereits kein Durchkommen mehr wegen Überflutung der
Brücken.
In Paderborn wurde
man zunächst beim Meinwerkinstitut eingesetzt zum Keller
auspumpen. Gegen 23 Uhr zur pädagogischen Akademie wo man
die ganze Nacht hindurch im Einsatz war. Gegen 7 Uhr morgens
hatte man es soweit geschafft das die Kellerräume wieder
einigermaßen benutzbar waren. Der Schaden war trotz allem
enorm. Sämtliches Inventar war zerstört. Der Rückweg
nach Westenholz war schwierig und nur über Umwege zu
erreichen da keine Lippebrücke im Kreis mehr passierbar
war. Wieder angekommen hatte es jeder eilig nach Hause zu
kommen, die ganze Nacht über war man ohne Schlaf im Einsatz
gewesen.

Die Ruhe war von
kurzer Dauer, eine halbe Stunde später gab es erneut
Sirenenalarm. Diesmal ging es nach Borchen. Als man über
verschiedene Umwege das Einsatzziel erreichte bot sich dort ein
Bild der Verwüstung. Das Wasser war zwar zurückgegangen
aber sämtliche Keller standen noch unter Wasser und die
Straßen waren durch Unrat versperrt. Ein Landwirt hatte
sogar eine Sau mit einem Wurf Ferkel vor den Fluten auf den
Heuboden gerettet. Den ganzen Samstag über war man hier im
Einsatz. Gegen Abend als man total übermüdet den
Rückweg antrat gab es wieder das Problem, wie Richtung
Heimat kommen.

Mittlerweile
war auch die Lippe soweit überflutet das tausende Hektar
unter Wasser standen. Es gab nur noch die Möglichkeit über
Lippstadt zu fahren. Hier stand der Marktplatz auch bereits 50
cm unter Wasser. Als man über die Kreuzung der B 55 kam war
diese auch bereits 70 bis 80 cm unter Wasser. In Lipperode
standen die Fluten im der Gastwirtschaft Bonsel bis unter die
Decke des ersten Stocks. Als man durch die Straßen fuhr
schlugen die Wellen bis über die Fensterbänke. Als man
nach langer Fahrt endlich wieder zu Haus war ging es am
Sonntagmorgen bereits weiter. Die Lippe war in Anreppen,
Bentfeld und Boke zurückgegangen und hatte auch hier ein
Bild der Verwüstung zurückgelassen.

Jede
Menge Keller mußten leergepumpt werden. Die Einsätze
gingen bis in den Abend. Nach einer Ruhepause in der Nacht zum
Montag wurde erneut alarmiert. Den ganzen Tag über war man
in Lipperode im Einsatz. Es war gegen 24 Uhr Montagnacht als die
Tore des Gerätehauses geschlossen wurden. 4 Tage im Einsatz
lagen hinter den Kameraden die keiner vergessen hat. Bericht:
FW ab,mb
Flutkatastrophe
jährt sich zum 45. Mal. Als ein ganzes Dorf unterging.
Etteln
(WV). Furchtbare Bilder von Hochwasserkatastrophen in China und
Brasilien werden seit einigen Tagen im TV gezeigt - Bilder, wie
sie vor 45 Jahren auch im Kreis Paderborn gemacht wurden.
Damals,
am »schwarzen Freitag«, kommen sieben Menschen im
Altenautal ums Leben. Das Zentrum von Schwaney steht am 16. Juli
1965 unter Wasser. Menschen versuchen, sich und ihr Hab und Gut
in Sicherheit zu bringen.

Es
ist der 16. Juli 1965 um 12.40 Uhr am Mittag, als schwarze
Wolken den Himmel über dem Paderborner Land verdunkeln. Es
ist kein harmloses Sommergewitter, was sich da über den
Köpfen der Menschen zusammenbraut, es ist der Beginn eines
unfassbaren Naturschauspiels. Binnen zwei Stunden fällt so
viel Regen wie sonst in einem Juli und einem halben August
zusammen. Der Inhalt einer Badewanne fällt auf jeden
einzelnen Quadratmeter, so dass kleine Bäche rasant
anschwellen und zu reißenden Flüssen werden.

Die
Wassermassen suchen sich ihren Weg, überfluten Teile
Paderborns, stehen einen Meter hoch zum Beispiel am Gierstor.
Bauern kämpfen verzweifelt in Wewer und Schloß
Neuhaus, um ihr Vieh von den überfluteten Weiden zu retten.
Doch noch ahnt wohl niemand das Drama, das sich wenig später
in Etteln abspielen soll. »Wie eine Wanne«, so haben
es später die Chronisten vielfach beschrieben, läuft
das kleine Dorf mit Wasser voll. Und das geschieht so schnell,
dass sich Menschen in Bäume und auf Dächer retten, um
nicht von der brodelnden Altenau mitgerissen zu werden. Bis zu
17 Stunden müssen sie dort ausharren. Etwa 200 Menschen
sind in den Fluten eingeschlossen.
Für
Therese Thiele und ihre vier Enkelkinder Reinhard, Walburga,
Roswitha und Meinolf kommt jede Hilfe zu spät. Sie
ertrinken. Auch in Schloß Neuhaus kommen zwei Menschen ums
Leben. Dass das als »Heinrichsflut« in die
Geschichte eingegangene Hochwasser am Ende nicht mehr als sieben
Opfer im Altenautal fordert, ist den tausenden Helfern von
Polizei, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Malteser-Hilfsdienst,
Technischem Hilfswerk sowie deutschen, britischen, belgischen
und niederländischen Soldaten zu verdanken. Auch viele
Nachbarn werden an diesem Tag zu Helden, indem sie ihr eigenes
Leben riskieren, um das eines anderen zu retten.
Es
dauert Tage, bis die Pegel der Flüsse wieder sinken und die
immensen Schäden offenbaren. Allein in Etteln standen 98
Häuser unter Wasser. 150 Menschen verlieren in dem kleinen
Dorf ihr Heim, Hab und Gut. 24 Brücken im Paderborner Land
sind zerstört oder stark beschädigt, Straßen
unpassierbar, Häuser unbewohnbar. Mehr als 200 Millionen
Mark - so erste Schätzungen - hat die Heinrichsflut an
Schäden angerichtet. In Erinnerung an diese
Naturkatastrophe wurde auf dem Ettelner Friedhof vor 45 Jahren
eine Mutter-Gottes-Statue aufgestellt.
Bericht
/ Fotos: Westfälisches Volksblatt
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