23. Oktober, Hövelhof

Jugendfeuerwehr Hövelhof feiert zehnjähriges Bestehen mit Großübung

Hövelhof : Dichter Rauch hüllt das neue Hövelhofer Industriegebiet Nord ein, sieben Personen irren hilflos umher und vier heftige Explosionen erschüttern den angrenzenden Wald. Kaum einen Atemzug später hört man schon die ersten Feuerwehrfahrzeuge sich mit Martinshorn nähern. Schnell erkunden die ersten Einsatzkräfte die Lage vor Ort und fordern Verstärkung an. So rücken nach und nach gut 80 Nachwuchskräfte von sechs Jugendfeuerwehren aus Hövelhof, Delbrück, Bad Lippspringe, Schloß Neuhaus und Schloß Holte-Stukenbrock an.

„In einem Waldstück haben Jugendliche mit Feuerwerkskörpern gezündelt. Dabei ist der Wald in Brand geraten und Feuerwerkskörper sind explodiert. Der Brand drohte auf eine nahegelegene Firmenhalle überzugreifen und sieben Personen galt zwischenzeitlich vermutlich mit schwersten Verletzungen als Vermisst“ umreißt Hövelhofs Jugendfeuerwehrwart Uwe Schiermeyer das Übungsszenario. Anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Hövelhofer Jugendfeuerwehr hatte Schiermeyer und das Betreuerteam eine großangelegte Übung ausgearbeitet. Für die wirklichkeitsgetreue Umsetzung sorgte das Team der Realistischen Unfalldarstellung.

Um die Verletzten zu versorgen, richteten die Jugendlichen eine Verletztensammelstelle ein und richteten paralle drei Wasserentnahmestellen an zwei Hydranten sowie über eine etwa 400 Meter lange Wegestrecke zur Ems ein. „Die Übung ist für uns ein guter Testlauf, um die Wasserversorgung vor Ort zu testen“ zeigte sich Uwe Schiermeyer mit der Förderung von über 2.000 Liter Löschwasser je Minute aus den Hydranten sehr zufrieden.

Die Hövelhofer Jugendfeuerwehr wurde am 18. Oktober 2000 gegründet. Seither haben viele Kameradinnen und Kameraden den Weg aus der Jugendabteilung in den aktiven Feuerwehrdienst gefunden. Das Engagement und den „Feuereifer“ mit dem Jugendlichen bei der Sache sind, lobte Hövelhofs stellvertretender Bürgermeister Michael Kersting bei einer anschließenden Feierstunde im Hövelhofer Gerätehaus. Von zehn Betreuern werden heute 24 Jugendliche ausgebildet. Mit der silbernen Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes wurde Uwe Schiermeyer ausgezeichnet. Schiermeyer ist seit Gründung der Nachwuchsabteilung stellvertretender Jugendfeuerwehrwart und übernahm vor zwei Jahren das Amt des Gemeindefeuerwehrwartes von seinem Vorgänger Michael Kesselmeier. Landesjugendfeuerwehrwart Andreas Psiorz unterstrich genauso wie Kreisjugendfeuerwehrwart Tobias Rupprecht die Bedeutung der Jugendfeuerwehren für den Gemeintschaftssinn der Jugendlichen aber auch die Vorbereitung auf den Aktiven Dienst. Bericht / Fotos: Westfälisches Volksblatt