28. Oktober 2009

Bericht: Stadtanzeiger Delbrück

Stadt hat kein Geld: Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Westenholz vorerst auf Eis gelegt

W e s t e n h o l z (stl). Lange warten sie schon darauf, dass der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus in Westenholz endlich über die Bühne geht, aber sie werden wohl noch länger warten müssen.

Wir hoffen, dass die Bauarbeiten 2012 endlich losgehen können,“ sagt Gerd Meiwes, Vorsitzender des Förderkreises. „Seit zehn Jahren sammeln wir schon Geld, und es dürfen nicht noch einmal zehn Jahre ins Land gehen.“ Denn es soll doch eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte geben, die mit dem Bau des Sport- und Begegnungszentrums einen ersten Höhepunkt erlebt hat. Bürgerengagement auf breiter Front, also Unterstützung durch Geldspenden und Eigenarbeit, das hatte doch schon damals geklappt, und weil sogar ein kleiner Geldbetrag übrig geblieben war, stand das neue Ziel rasch fest: Ein neues Feuerwehrgerätehaus müsse her. Gut, das alte Gebäude ist noch in einem ordentlichen Zustand, zumal ein Anbau im Jahre 2004 dafür gesorgt hat, dass auch die größten Platzprobleme erst einmal beseitigt sind. „Wer braucht denn ein neues Feuerwehrgerätehaus?“ fragte der DSA schon 2004 ketzerisch, als in der Serie „10 Orte – eine Stadt“ Westenholz ausführlich vorgestellt wurde. In der Bevölkerung insgesamt und bei den Feuerwehr- leuten insbesondere gehen die Meinungen über Sinn und Zweck eines solchen Projektes auseinander, so ist zu hören. Fakt ist aber inzwischen: Der Rat der Stadt hat längst einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass ein Neubau her soll, und der Förderkreis hat mittlerweile sage und schreibe 130.000 Euro gesammelt – und ist zu weiteren Taten bereit. Gerd Meiwes: „Mit Hilfe zusätzlicher Sponsoren und mit Eigenleistung können wir unseren Anteil auf 250.000 Euro erhöhen.

Löschzugführer Hubert Beine: „Deshalb hoffen wir ja schon seit längerer Zeit, dass es endlich losgeht.“ Die weltweite Wirtschaftskrise machte den Westenholzern aber jetzt einen Strich durch die Rechnung. 750.000 Euro wollte die Stadt schultern, für den Grundstückskauf ebenso wie für Planung und Bau. So stand es im Haushalt für 2009 und 2010. Doch nachdem Bürgermeister Robert Oelsmeier (damals noch im Amt) und Kämmerin Ingrid Hartmann angesichts heftiger Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen vor einer dramatischen Lage gewarnt hatten, musste gehandelt werden. Sie schlugen vor, zunächst auf mehrere Projekte zu verzichten, darunter das Gerätehaus. Nur so könne der Etat der Stadt ins Gleichgewicht gebracht werden.

Doch der Rat entschied anders. Die Summe für Planung und Bau, satte 500.000 Euro, wird tatsächlich auf Eis gelegt und taucht im Haushalt zunächst nicht mehr auf. Auf Anregung von Meinolf Päsch (CDU) entschlossen sich die Kommunalpolitiker aber, das Geld für den Grundstückserwerb dennoch bereitzustellen, immerhin 250.000 Euro, wie die Kämmerin vorrechnet. Dafür gebe es gute Gründe, so Päsch gegenüber dem Stadtanzeiger: „Es gibt nur ein gewisses Zeitfenster, in dem man über Grunderwerb verhandeln kann. Irgendwann ist die Möglichkeit vertan.“ Zu würdigen sei damit auch „die hohe Qualität an bürgerschaftlichem Engagement.“ Nur: Gleichzeitig ist aus Westenholz zu hören, so einfach sei das nun doch nicht mit dem Kauf. Der Eigentümer der Fläche habe andere Vorstellungen als die Stadt. Das könnte bedeuten: Womöglich reicht die Viertelmillion nicht, die der Rat bereitstellen will.Während Robert Oelsmeier zuletzt bei einem Pressegespräch in aller Öffentlichkeit bezweifelte, ob denn ein neues Feuerwehrgerätehaus in Westenholz wirklich so dringend gebraucht werde, schlägt sein Nachfolger versöhnlichere Töne an. Er habe bei vielen Feuerwehrleuten „Frust und Traurigkeit“ erlebt, nachdem der Rat beschlossen habe, Planung und Bau erst einmal aufzuschieben, sagt Werner Peitz. Da sei es doch gut, dass man mit dem geplanten Grundstückskauf die Tür nicht ganz zugeschlagen habe: „Sie ist sogar ein Stück aufgegangen.“ Es gebe aber noch viele andere Projekte im Stadtgebiet, über die nachgedacht werden müsse. Wenn sich beispielsweise herausstellen sollte, dass etliche Klassenräume fehlten, wie zuletzt immer wieder beklagt worden sei, so habe natürlich die Bildung Vorrang, „und wir müssten die Maßnahme in Wes­tenholz noch einmal schieben.“ Überlegungen, mit Hilfe von Krediten den Bau zu ermöglichen, erteilte Peitz im Gespräch mit Förderkreis und Feuerwehr eine deutliche Absage: „Das bietet sich in diesem Fall nicht an.“

Die Westenholzer haben verstanden, dass im Moment nichts zu machen ist, das räumt Gerd Meiwes unumwunden ein: „Wir arbeiten an einem neuen Konzept, wie man noch kostensparender bauen könnte.“ Es soll Anfang des kommenden Jahres vorliegen. Der Bürgermeister macht den Westenholzern weiter Hoffnung: „Prima, wenn Ihre neuen Pläne vorliegen, sollten wir anschließend in aller Ruhe darüber sprechen.“