Jahreshauptversammlung des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück am 24. 3. 2006

Bericht : Neue Westfälische vom 28. März

Bericht : Westfälisches Volksblatt vom 30. März

Ehrennadel des Verbandes der Feuerwehr Delbrück in Bronze für Bürgermeister Robert Oelsmeier und Leiter des Ordnungsamtes Heiner Kersting

Ehrennadel des Verbandes der Feuerwehr Delbrück in Silber für Meinolf Neiske, Löschzug Bentfeld und Meinolf Brökelmann. Löschzug Westenholz.

Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Paderborn, Löschzug Schloss Neuhaus, unter Ltg. von Sonya Harrison



 Jahresbericht des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Delbrück.

 Der Jahresbericht umfasst folgende Punkte:

 1.      Veranstaltungen und Aktivitäten im Gesamtwehrbereich

2.      Neuanschaffungen und Renovierungen

3.      Einsätze und Statistik der Gesamtwehr Delbrück

 Zu P. 1 Veranstaltungen und Aktivitäten im Gesamtwehrbereich

 Zu Beginn des Jahres fand die alljährliche Agathaprozession in  Delbrück statt. Diese Tradition wird von allen Löschzügen der Gesamtwehr seit vielen Jahren aufrechterhalten.Bei dem anschließendem Stadtfeuerwehrtag  deuten karnevalistische Vorführungen bereits auf die Karnevalsumzüge hin die von der Feuerwehr an beiden Tagen begleitet und gesichert werden.

Im Laufe des Jahres waren die Kameradinnen und Kameraden der Gesamtwehr bei zahlreichen Veranstaltungen, sei es bei reinen Feuerwehrveranstaltungen wie auch bei anderen Aktivitäten in den einzelnen Ortsteilen vertreten.

Löschzug Delbrück

Wie in jedem Jahr beteiligte sich der Löschzug  am kulturellen und öffentlichen Leben der Stadt. Am 19.Mai wurden bei einer Ratssitzung die Leiter der Feuerwehr Delbrück SBI Reinhard Brand und SBI Lothar Mühlbrand in ihren Ämtern für weitere 6 Jahre bestätigt. Für alle Löschzüge einschließlich Ehrenabteilung, Jugendfeuerwehr und Musikzug Grund genug am frühen Abend zur Gratulation am Hagedornforum anzutreten. Insgesamt war es ein Aufmarsch von rund 255 Kameradinnen und Kameraden mit allen Fahrzeugen der Gesamtwehr. Ein eindrucksvolleres Bild konnte es zu diesem Anlass wohl kaum geben. Am 20.08.05 wurden wie jedes Jahr am letzten Samstag in den Ferien die Ferienspiele am Gerätehaus durchgeführt. Unter dem Motto .Spiel und Spaß bei der Feuerwehr. erlebten wieder über 200 Kinder mit ihren Eltern einen abwechslungsreichen Nachmittag. Zahlreiche Attraktionen und Spiele wurden den Kindern geboten. Einen Schwerpunkt bildete u.a. auch die Brandschutzerziehung. Im Rahmen des .Tages des sozialen Engagements. besuchte  eine Gruppe von ca. 25 Australiern das Gerätehaus in Delbrück. Um den interessierten Jugendlichen einen kleinen Einblick in die Aufgaben, Struktur und Organisation sowie in die Ausrüstung zu verschaffen, hatte man einen Vortrag in englischer Sprache für sie vorbereitet. Für alle Beteiligten war es ein informativer Nachmittag. Die Australischen Jugendlichen und besonders der Geistliche, Father Paul, waren begeistert und hatten sichtlich viel Spaß. Am ersten Septemberwochende fand das Familienfest statt. Zahlreiche Aktivitäten wie Spiele ohne Grenzen und das traditionelle Vogelschießen sorgten für gelungene Unterhaltung.Wie in jedem Jahr, nahm man auch wieder am Leistungsnachweis in Ahden teil. Unter der Leitung von Hans Thiele nahmen 2 Gruppen mit gutem Erfolg daran teil. Am selben Tag fand nachmittags im Schulungsraum des Gerätehauses die traditionelle Weihnachtsbäckerei statt. Dazu waren alle aktiven Kameradinnen und Kameraden mit ihren Kindern, Nichten und Neffen eingeladen. Alles in Allem war es ein schöner besinnlicher Nachmittag im Advent.

 Löschzug Ostenland

 Wie in vergangenen Jahren zeigte der Löschzug auch 2005 wieder bei diversen Öffentlichkeitsarbeiten seine Präsenz. Dies traf besonders auf die Brandsicherheitswachen bei Discos und die zahlreichen Parkplatzdienste wie beim Weihnachtsmarkt oder den Frühjahrs- und Herbstdiscos in der Reithalle zu. Bei der Weihnachtsmarktverlosung ging der Erlös zu Gunsten des Lebenswerks von Pater Meier in Peru.Auch 2005 nahmen  die Kameraden wieder erfolgreich mit 2 Gruppen am Leistungsnachweis teil.

Löschzug Westenholz

 Im Mai konnte man das neue LF 16 einweihen.Im Anschluss an die Segnung durch Pastor Wilhem Dierkes konnten die Besucher im Rahmen eines Tages der offenen Tür das Gerätehaus und die Fahrzeuge in Augenschein nehmen. Außerdem hatten die Feuerwehrkameraden verschiedene Aktionen vorbereitet, wie beispielsweise die Absturzsicherung beim Arbeiten in großen Höhen oder das richtige Ablöschen von brennendem Fett.

 Beim Löschzug Lippling kamen neben zahlreichen Einsätzen viele Arbeitsstunden für den Umbau der Fahrzeuge hinzu. .In Eigenregie baute man Schubkästen für B-Schläuche und einen Schlauchaufwickler ein.. Hinzu kamen noch Kindergartenbesuche bei der Feuerwehr, die Teilnahme von zwei Gruppen am Leistungsnachweis, die Beteiligung am Gemeindefest sowie die Ausrichtung der Adventsfeier für die Ehrenabteilung in der Lipplinger Gemeindehalle.

 Beim Löschzug Bentfeld 

Der Löschzug Bentfeld hat 2005 wieder an einigen Terminen teilgenommen die teilweise durch sichernde Maßnahmen unterstützt wurden.Für die Familien der Kameraden richtete der Löschzug Bentfeld wieder eine Nikolausfeier aus, bei der der Nachwuchs wieder einige einstudierte Stücke vorgeführt hatte.Für den Ortsteil Bentfeld richtete der Löschzug das Osterfeuer aus. Unterstützt wurden Veranstaltungen wie: Schützenfest und Martinsumzug und in Delbrück der Rosenmontagszug. Zudem wurde die Feuerwehr Paderborn, bei der Aufstiegsfeier  des SC Paderborn, unterstützt.

Löschgruppe Boke

 Die Löschgruppe Boke hat sich zu einem funktionierenden  Glied in der Gesamtwehr entwickelt. Dank eines großen Engagements der mittlerweile 21 aktiven konnten auch im Gerätehaus ein Sanitärbereich sowie ein Aufenthaltsraum geschaffen werden. Bei zahlreichen Einsätzen kam die neue Löschgruppe bereits zum Tragen.

 Der Wasserrettungszug Kooperation von DLRG und Feuerwehr Delbrück

Gerade an den schwülheißen Sommertagen wissen die Verantwortlichen des Wasserrettungszuges aus DLRG und Feuerwehr Delbrück umso mehr, dass beim Ertönen der Funkmeldeempfänger jede Sekunde zur Rettung eines Menschenlebens zählt. Und so ist es für das Delbrücker Wehrführerteam Reinhard Brand, Lothar Mühlbrand und Alfons Heisener unverzichtbar, dass der Wasserrettungszug so aufgestellt sein muss, dass er ohne Verzug alarmiert und sofort ausrücken kann. Verantwortliche Unterstützung erhalten sie dabei immer wieder von den verantwortlichen Leitern dieser  mittlerweile weit über die Hochstiftgrenzen bekannten und geschätzten Wasserrettungseinheit, die sich aus den Hauptbrandmeistern Markus Fortmeier und Meinolf Neiske sowie den DLRG-Taucheinsatzleiter Patrick Knorn und Hermann Relard und weiteren Delbrücker Rettungskräften zusammensetzt. Selbst aus Dänemark erhalten die Wehrleiter immer wieder wertvolle Informationen, wenn es um die Einführung und Anwendung  besonderer Techniken und Gerätschaften geht. So schließt nun der von der DLRG in Eigenleistung am Wochenende in Dienst gestellt Geräteanhänger eine weitere Lücke, in dem komplette Tauchausrüstungen jederzeit sofort zum Einsatz kommen können.  Der Gerätewagen-Wasserrettung, 1 Wasserrettungskombi, 1 Rüstwagen,  2 Motorboote, 3 Schlauchboote, Sonartechnik, Unterwasserfunkanlage, Unterwasserfernkamera und Hebe- und Bergetechnik runden mit zahlreichen weiteren Spezialgeräten das Bild ab. 

Sorgen bereitet neben der hohen Gefährlichkeit der Wasserrettungseinsätze überhaupt, auch die Tatsache, dass Hilfesuchende angesichts der Vielzahl der Delbrücker Wasserflächen, beim Absetzen der Notrufe nicht genau genug beschreiben können, wo sie sich überhaupt befinden. Deshalb bekamen Eigentümer und Pächter von Teichen und Baggerseen  Besuch von Delbrücker Feuerwehrleuten, die einer Initiative des Kreises Paderborn folgend, für eine Beschilderung  zugunsten einer beschleunigten Auffindung des Unfallortes werben.

Alle Besitzer waren von der Idee begeistert und erklärten sich bereit dieses Vorhaben finanziell zu unterstützen. Mit Zustimmung  des Ordnungsamtes der Stadt Delbrück wurden die Schilder dann entworfen und zur Anfertigung in Auftrag gegeben.64 Stück an der Zahl. Selbstverständlich war es dann, dass diese auch durch die Feuerwehr angebracht oder aufstellt wurden.

Am 1. Oktober konnte den Leitstellen von Polizei und Feuerwehr sowie dem Ordnungsamt der Stadt mitgeteilt werden, dass alle Schilder aufgestellt sind . Gleichzeitig wurden die Daten in den Einsatzleitrechnern eingepflegt,  wie die jeweiligen Gewässer zu erreichen sind bzw. wer Besitzer sowie Ansprechperson im Falle eines Notfalls ist. Bewährt hat sich das Aufstellen der Schilder schon. In zwei Fällen konnten die Einsatzkräfte bereits problemlos alarmiert und mit Informationen versorgt werden.

 Auch die Mitglieder des ABC Zuges  waren im vergangenen Jahr gefordert . Bei zahlreichen Dienstabenden und den monatlichen Erkunderdienstabenden wurde die Ausbildung vertieft. Zahlreiche Kameraden nahmen auch an weiterführenden Lehrgängen auf Kreis und Landesebene teil. Beim dritten Erkunderworkshop in Halle bot sich ein reger Erfahrungsaustausch. Im Rahmen einer großangelegten Übung für zivil / militärische Zusammenarbeit wurde der Unfall eines mit Chemikalien beladenen LKW  in der Senne simuliert.

 Arbeitsgruppe Atemschutz

Es wurde weiter an der Optimierung der Angriffs/Sicherheitstrupptaschen gearbeitet.Es hat sich gezeigt, dass diese Taschen im Einsatz sehr hilfreich sind. In allen  Löschzügen achtet die Atemschutzverantwortlichen darauf, dass die jährlich Vorgeschriebenen  Übung nach FwDV 7  durchgeführt werden, so das die Anzahl der Einsatztauglichen Atemschutzgeräteträger konstant gehalten b.z.w. aufgestockt werden konnte.

 Arbeitsgruppe Hydranten

Die Löschzüge der Gesamtwehr haben im Jahr 2005 1367 Hydrantendaten im Stadtgebiet Delbrück kontrolliert. Diese Einheitliche Prüfung der Hydranten werden nach gemeinsam entwickelter Arbeitsanweisung durchgeführt, anschließend in einer Datenbank erfasst. So können Mängel an Hydranten schnell beseitigt werden.

 Vorbeugender Brandschutz

Sehr erfreulich ist die Entwicklung das die Feuerwehrpläne der öffentlichen Gebäude, sowie privater Unternehmen ständig erweitert und überarbeitet werden. Dieses erleichtert im Einsatz die Arbeit erheblich. Ebenfalls beteiligen wir uns bei den Brandschauen des vorbeugenden Brandschutzes des Kreises. Zudem führen die Löschzügen in ihren Ausrückebereich Betriebsbegehungen durch. Mit all diesen Maßnahmen wollen wir für einen eventuellen Schadensfall gut vorbereitet sein.

 Jugendfeuerwehr :

Neben der Teilnahme am Erwerb der JFW Leistungsspange stand der Berufsfeuerwehrtag im Oktober im Mittelpunkt. Hier konnten die Jugendlichen ihr Können unter Beweis stellen. Dienstbeginn war um 8 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück in den Standorten. Mehrere simulierte Einsätze wurden in den Standorten durchgeführt. Der Höhepunkt dieses anstrengenden Tages war ein Gesamtwehreinsatz, bei dem man  einen Strohballenbrand in voller Ausdehnung löschen musste. Übernachtet wurde im Feuerwehrhaus des jeweiligen Standortes. Am anderen Morgen um 8 Uhr war Dienstende.An dieser Stelle muß betont werden, dass auch diese jungen Kameraden mit Begeisterung bei der Sache sind.Gerade die Mitglieder der Jugendfeuerwehr sichern durch ihr Engagement die Reihen der aktiven Einsatzabteilungen.Neue Jacken wurden ebenfalls angeschafft. Betont werden muss das die Jugendlichen durch das Verteilen der gelben Säcke im gesamten Stadtgebiet erheblich zur Finanzierung der Kleidung mit beigetragen haben.

 Der Musikzug Lippling bot wieder zahlreiche musikalische Darbietungen bei Veranstaltungen nicht nur innerhalb der Gesamtwehr. Auch bei Schützenfesten, beim Karneval und kirchlichen Veranstaltungen sorgte der Musikzug für eine musikalische Umrahmung.

Die Kameraden der Ehrenabteilung unternahmen auch einiges.So war die Teilnahme am Seniorennachmittag des Kreises in der Eggelandhalle in Altenbeken eine gelungene Aktion.Im Dezember konnten die Alterskameraden dann bei der Adventsfeier der Gesamtwehr in der Dorfhalle in Lippling einige frohe Stunden in vorweihnachtlicher Atmosphäre erleben.Die Komplettierung sowie Erhaltung der historischen Uniformen liegt der Ehrenabteilung besonders am Herzen.  

 Zu P. 2  Neuanschaffungen  und Renovierungen

 Ein neuer DLRG-Geräteanhänger wurde Anfang Juni in Betrieb genommen. Auf diesem ist die gesamte Ausrüstung der Taucher verlastet. Somit entfällt bei Wasserrettungseinsätzen die Fahrt zum Hallenbad, wo bislang alle Ausrüstungsgegenstände der Taucher untergebracht waren.

 ABC-Zug

Verbesserung bei der Ausrüstung gab es durch die Anschaffung von neuen einteiligen Schutzanzügen. Auch wurde eine neue 1 Personen Duschkabine angeschafft sowie ein neues Ex-Ox-Meter_2 Gerät das vor explosinen Luft Gasgemischen warnt

Arbeitsgruppe Notfallhelfer

Defribilatoren

Unter der Leitung von Brandmeister Ralf Wunderlich fand in Bentfeld der erste Notfallhelferlehrgang statt, an dem 28 Kameraden aus den Löschzügen der Gesamtwehr teilnahmen. Es wurde erreicht hochkarätiges Ausbildungspersonal zusammenzustellen. So wurde im September und Anfang Oktober, in 52 Unterrichtseinheiten alles Wissenswerte über medizinische Notfälle direkt aus 1. Hand vermittelt. Ein zweiter Ausbildungslehrgang fand bereits Anfang 2006 statt.Zum Einsatz kommen nunmehr sechs Frühdefibrillatoren, eine  komplette Notfallausstattung, mit denen jeweils ein Einsatzfahrzeug der Löschzüge in Delbrück, Ostenland, Westenholz, Lippling, Bentfeld,  ausgestattet sind. Zusätzlich rückt ein Bereitschaftsfahrzeug das ständig mit zwei Notfallhelfern besetzt mit aus. Zu den vier Notärzten und den 15 Rettungsassistenten und Rettungsanitätern der Feuerwehr wurden weitere 60 Notfallhelfer ausgebildet. .Ermöglicht wurde die Anschaffung der modernen Defibrillatoren mitsamt Sauerstoffflaschen, Blutzuckermessgeräte, Halswirbelsäulenstützen, Verbandsmaterial und Rucksack im Gesamtwert von rund 21.000 Euro durch die großzügige Spende Delbrücker Unternehmen. Unterstützt wurde der Verband der Freiwilligen Feuerwehr bei der Anschaffung der modernen Geräte, die beispielsweise auch im Dortmunder Westfalenstadion, oder Flughäfen im Einsatz befinden, von den acht Mitgliedsbetrieben der Delbrücker Unternehmergruppe, der Löwen- und der Marienapotheke, der Volksbank Westerloh-Westerwiehe, dem Baustoffmarkt Happe, Udo Bade - Heizung, Sanitär und dem Geflügelbetrieb Borgmeier. An jedem Feuerwehrstandort ein solches Gerät zu haben ist auf jeden Fall sinnvoll.. betonten auch die leitenden Notärzte Dr. Georg Schneider und Johannes Fahl.

Die Delbrücker Feuerwehr ist bei vielen Veranstaltungen und Notfällen präsent und hat mit zwei bis drei Minuten eine sehr kurze Ausrückezeit.. so Schneider und Fahl. Die Defibrillatoren arbeiten komplett eigenständig. Die Notfallhelfer werden von dem Geräte optisch und akustisch durch die einzelnen Schritte einer Herz-Lungen Wiederbelebung geführt.Die Notfallhelfer wurden bereits zu acht Einsätzen gerufen. Auch bei Brandeinsätzen und VU hat sich gezeigt, wie gut es ist Notfallhelfer vor Ort zu haben, die sich um mehrere Verletzte oder Hausbewohner, die ihre Bleibe verloren haben, zu betreuen.

 Zu Punkt 3 Einsätze und Statistik

 Im Verlauf des Jahres 2005 wurde die Gesamtwehr zu zahlreichen, teils schweren und  tragischen Einsätzen gerufen.

 Großbrand in  in Delbrück-Anreppen am 12. März.  Eine ca. 50 m lange Lagerhalle mit Stroh war in Brand geraten. Ein großes Problem hierbei war die enorme Rauchentwicklung. Nur durch umfangreichen Einsatz unter schwerem Atemschutz konnten die brennenden Strohballen abgelöscht werden. Neben allen Delbrücker Zügen war auch das THW im Einsatz der bis zum Nachmittag des folgenden Tages andauerte.                                                                                                                      

Wasserrettungseinsatz am 11. Mai

82-Jährige stürzte in Boke in die Lippe

Feuerwehr, Polizei und Rettungshubschrauber waren schnell vor Ort Die Besatzung des Rettungshubschraubers konnte die 82 jährige Frau im Flusslauf der Lippe entdecken. Ein Rettungstaucher barg die alte Dame. Leider kam für die Frau jede Rettung zu spät, Reanimationsversuche des Notartztes schlugen fehl. Etwa 30 Einsatzkräfte des gesamten Wasserrettungszuges der Feuerwehr Delbrück und der Polizei waren vor Ort.

Großbrand Mersch  2. September

Die Flammen schlugen bereits meterhoch in den Delbrücker Nachthimmel hinein und das Zerplatzen der Eternitplatteneindeckung war kilometerweit zu hören. Über dem Industriegebiet Delbrück OST II war der Himmel weithin sichtbar glutrot gefärbt. Als dann um 23.45 Uhr auch noch in Delbrücks Innenstadt die Feuersirene ertönte, war jedem klar: Es musste sich um einen Großbrand handeln. Gleichzeitig riefen die Funkmeldeempfänger die Aktiven des Löschzüge Delbrück-Mitte und Teile des Nachbarzuges Ostenland zum Einsatz: Industriehallenbrand bei Fa. Mersch, Birkenweg. Noch auf der Anfahrt löste die Leitstelle der Kreisfeuerwehrzentrale aufgrund zahlreicher Anrufe Vollalarm für die weiteren Züge der Delbrücker Gesamtwehr aus. Es rückten nunmehr neben den Löschzügen Delbrück und Ostenland auch die Züge, Westenholz, Lippling, Bentfeld und die neue Löscheinheit Boke aus. 3 zusätzliche Grosstanklöschfahrzeug ( TLF 24-50 ) eine weitere Drehleiter und der AB-Atemschutz kamen von der Kreisfeuerwehrzentrale sowie den Nachbarwehren Hövelhof und Paderborn.

Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte brannte inmitten des weitläufigen Hallenkomplexes der Holzverarbeitung Mersch eine Fertigungshalle auf einer Fläche von 1000 qm, die Flammen hatten die Dachhaut bereits auf ganzer Flächer durchschlagen.

Parallel zur sofortigen Brandbekämpung wurde umgehend eine Einsatzleitung mit verschieden Einsatzabschnitten gebildet. Dank eines umfangreiches Löschangriffes unter schwerem Atemschutz konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden.

Scheune auf Hof in Lippling abgebrannt

Am12. September brach auf einem Gehöft am Giptenweg in Lippling ein Feuer aus, das eine Scheune vernichtete. Kurz vor 22:00 Uhr bemerkte ein Zeuge Flammen auf dem Dachstuhl der Scheune. Er alarmierte den Besitzer und die Feuerwehr. In der Scheune lagerten Stroh und einige landwirtschaftliche Geräte. Tiere befanden sich nicht in den Stallungen. Auch das nebenstehende Wohnhaus war unbewohnt. In zwei weiteren Stallungen auf dem Hof waren Küken untergebracht. Ein Übergreifen des Feuers auf  anderen Gebäude des Gehöftes konnte verhindert  werden

21. Oktober Schrecklicher Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 64

Beim Eintreffen des Löschzuges Delbrück  fand dieser in den totalzertrümmerten Fahrzeugwracks eines Kleintransporters und eines Opel Vectras insgesamt 4 Schwerstverletzte vor. Ein Fahrzeug hatte bereits Feuer gefangen. Sofort wurden umfangreiche Rettungsmassnahmen eingeleitet und mit Hilfe von schwerem hydraulischen Rettungsgerät mußten 3 eingeklemmte Personen befreit werden. Insgesamt 6 Feuerwehrärzte aus Delbrück und Hövelhof und aus Paderborn rangen um das Leben der 4 Schwerstverletzten.Für 2 Männer aus Delbrück jede Hilfe zu spät kam, wurden ein weiterer Westenholzer der einige Tage später infolge schwerster Verletzungen auch verstarb sowie ein Mann aus Bielefeld, mit lebensgefährlichen Verletzungen in Paderborner Krankenhäuser transportiert.

Wohnhausbrand in Bentfeld am 1.Dezember

Am 1. Dezember war dann der schwerste Einsatz in der Geschichte des Löschzuges Bentfeld zu verzeichnen. Mitten in der Nacht, um halb 4 Uhr wurde mit Sirenen zu einem Wohnungsbrand im Dorfmittelpunkt gerufen.  Die Brisanz des Einsatzes wurde erst in dessen Verlauf erkennbar.

Bei Eintreffen befand sich das Erdgeschoss im Vollbrand. Daraufhin wurden weitere Feuerwehrkräfte und der Rettungsdienst alarmiert, da nicht ausgeschlossen war, das sich noch Personen im Haus befanden. Die starke Rauch und Feuerentwicklung machte selbst erfahrenen Feuerwehrleuten zu schaffen. Trotzdem wurde das Komplette Gebäude mit Atemschutz abgesucht. Nach massivem  Löscheinsatz konnten Atemschutzgeräteträger in den unteren Bereich vordringen, wo 2 Personen gefunden wurden.

Das ganze Ausmaß des Einsatzes zeigte sich erst nach Beendigung der Löscharbeiten. Das in dem Keller vermutete Löschwasser, stellte sich als Benzingemisch, das als Brandbeschleuniger eingesetzt war, heraus. Was bei einer Durchzündung passiert wäre, möchte man sich lieber nicht vorstellen. Für die seelische Betreuung der eingesetzten Kräfte und der Angehörigen, wurden 3 Seelsorger der Feuerwehr und Polizei eingesetzt; für die Feuerwehr was dieses Dekan Neumüller. An den darauffolgenden Tagen wurden von der Polizei immer wieder Kräfte angefordert die die Einsatzstelle für Suchmaßnahmen ausleuchteten und im Keller das Wasser- Benzingemisch entfernten.

 Wohnhausbrand in Westenholz am 10. Dezember.

 Dramatische Szenen spielten sich hier ab. Gegen vier Uhr morgens wurde ein 43jähriger Mann von einem Rauchmelder in der Wohnung über ihm aus dem Schlaf gerissen. Er rannte ins Obergeschoss, hörte seine Nachbarin noch rufen, konnte wegen des starken Qualms aber nicht mehr helfen. Der Mann brachte seine eigene Familie in Sicherheit und rief die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte fanden dann zunächst einen Mann mit schwersten Brand und Rauchvergiftungen. Wenig später wurde auch die Frau entdeckt, sie musste noch auf dem Balkon wiederbelebt werden. Die gerettete Frau verstarb kurze Zeit später aufgrund ihrer schwersten Rauchvergiftung.

 Aber auch kleinere Brände wie Fahrzeug und Wohnungsbrände forderten die Kameraden in den Löschzügen.

 Aber gerade Bilder von schweren Verkehrsunfällen,  die die Realität des Feuerwehrdienstes auf brutalste Art wiederspiegeln sind es die jeder von uns auf seine eigene Weise verarbeiten muß. Szenen in denen  Menschen Ihr Leben verlieren, dabeisein wie Ärzte und Rettungsdienst um das Leben junger Menschen kämpfen, zu wissen, dass es für die Betroffenen teilweise keine Chance mehr gibt. Für viele ist die Kameradschaft und der Zusammenhalt eine wichtige, psychologische Stütze die es möglich macht, solche Einsätze zu verarbeiten.

 Einen Großteil der Hilfeleistungen insgesamt  nahmen auch die Umwelteinsätze in Anspruch.  Zahlreiche Hilfeleistungen wo Ölspuren abgestreut werden mussten oder Straßenreinigungen nach VU, bestimmen das alltägliche Einsatzgeschehen der Feuerwehr.

Besonders erfreulich war auch die gute Zusammenarbeit mit den Städtischen Betrieben wie Wasserwerk und Bauhof. mal musste die Rettungsschere eingesetzt werden um Personen aus ihren verunfallten Fahrzeugen zu befreien.  Hand in Hand wurde hier zusammen mit Polizei und Rettungsdienst gearbeitet. Auch hier bestand im vergangenen Jahr wieder eine hervorragende Zusammenarbeit.

Die Einsätze gliedern sich wie folgt:

 Brandeinsätze  61

davon 32 Kleinbrände ,6 Mittelbrände ,6 Großbrände   

 17x kein Einsatz erforderlich (Fehlalarme Brandmeldeanlage, Bereitstellung, vor Ankunft gelöscht)

 Hilfeleistungseinsätze

insgesamt  138

davon

 Verkehrsunfälle 24

Ölbeseitigung und Unfälle mit Gefährlichen Stoffen  47  

Sturmschäden, Hochwasser / Überschwemmungen, Wasserschäden  20 

Tierunfälle bzw. Tierbergung   7

Wasser- / Eisunfälle   3

Sonstige Hilfeleistungen   37

 In diesem Jahresbericht konnten bei weitem nicht alle Einsätze und Aktivitäten innerhalb der Gesamtwehr aufgeführt werden. Er gibt aber wohl einen Eindruck vom Geschehen in der Feuerwehr Delbrück wieder.

 Dank Engagement und Kameradschaftsgeist und einer gut funktionierenden Wehrführung sowie einer Stadt die zu ihrer Feuerwehr steht und vielen Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter  im Alarmfall freistellen, dann kann die Feuerwehr so viel für die Sicherheit ihrer Bürger leisten wie wir gerade aus dem Jahresbericht gehört haben

 Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

 Delbrück im März 2006

 der Schriftführer  Meinolf Brökelmann