Delbrück: rb/mb

29. Dezember

Schneelasten auf Geschäftshäusern und Hallendächern

Besorgte Bürger und Betriebsverantwortliche wenden sich gerade in den letzten Tagen verstärkt an die Feuerwehr, da sie angesichts der nicht unerheblichen Schneefallmengen Sorge um die Dächer von Geschäftsräumen und Hallen haben. Drohende Wetterumschwünge mit Regen erhöhen derzeit die Sorge der Eigentümer und Verantwortlichen.

Aus anderen Regionen, teilweise auch aus der Nähe, waren Dacheinstürze über Radio und Presse bekanntgeworden. Die Lagebeurteilung für die hinzugerufene Feuerwehr ist dabei nicht immer einfach.

Sicher ist die Dachform der Bauwerke ein entscheidender Parameter für die Schneelast und die Beurteilung einer möglichen Gefahrenlage. Die Beurteilung erfasst dabei auch, dass bei einem steilen Dach der Schnee schneller abrutscht als bei einem flachen Dach. Größe und Verteilung der Schneelast kann auch stark durch die Windverhältnisses beeinflusst werden.

So bilden sich an Höhensprüngen oft Schneeverwehungen, die zu beachten sind. Auch kam es in den vergangenen Tagen vor, dass Schnee- und Eislasten von höher gelegenen Bauwerksteilen herabrutschten und auf anderen Bauwerks- und Dachteile herabfielen, teilweise dann auch in Anhäufungen.

Die Delbrücker Feuerwehr erhielt bei der Beurteilung der Einzelfälle nun eine Beratung durch einen Statiker und setzte in einigen Fällen auch eine Waage ( zuvor eine Probe entnommen ) ein, um letztlich die Belastung zunächst erstmal in kg/m² annähernd beurteilen zu können ( 75,00kg/m² bei älteren Dächern und 68,00kg/m² ). Bei Erreichen oder Überschreiten der ausgewogenen Schneelast und in Zweifelsfällen sollte ein Dach geräumt werden.

Zweifelsfälle können auch solche sein, wo die Normvorgaben nicht überschritten sind, aber mehrfache Einflussnahmen auf die Dachkonstruktion Frage an deren Haltbarkeit im weiteren Stadium, z.B bei noch aufkommender Regen, oder Alter des Gebäudes, hinzukommen.

Längst nicht in allen Fällen handelt es sich um solche, wo die Feuerwehr tätig werden sollte oder muss. "Gewehr bei Fuss" stehen derzeit vor allem die örtlichen Dachdeckerunternehmen.






Fotos: FW hg