Bericht: FW Delbrück Christian Behrens

Gut trainiert bei Herzinfarkt und Notgeburt

Delbrücker Feuerwehr baut Notfallhelfersystem weiter aus

Gut ausgebildet: Die Notfallhelfer Maik Achtzehn, Ulrike Ringkamp und Volker Puls (v.l.) bei der Erstversorgung eines Unfallopfers

Delbrück (chb). Die Stadt Delbrück hat 23 neue Notfallhelfer. Einen Monat lang wurden sie von Fachärzten und Notfallseelsorgern der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück intensiv ausgebildet. Nun stehen sie rund um die Uhr bereit, bei Unfällen und akuten Krankheiten zu helfen.

Ulrike Ringkamp, Volker Puls und Maik Achtzehn sind als erste am Unglücksort. Ein Auto steht mit verbeulter Motorhaube an einem Baum. Darin sitzt zusammengesunken ein bewusstloser Mann. Schnell befreien die Notfallhelfer der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück das Unfallopfer aus seinem Fahrzeug und legen es auf den Boden. Während Ulrike Ringkamp dem Bewusstlosen über eine Atemmaske Sauerstoff gibt, legen ihm die anderen beiden Notfallhelfer vorsichtig eine stabilisierende Halskrause an. Trotz der schnellen Hilfe setzt die Atmung bei dem Verletzen aus. Die Notfallhelfer entscheiden sich für den Einsatz des Automatischen Defibrillators. Sie öffnen das Hemd des Patienten und befestigen zwei Klebeelektroden auf seiner Brust. Die Computerstimme des Elektroschockgerätes gibt nun den Notfallhelfern Anweisungen was zu tun ist. Das Unfallopfer kann gerettet werden.

Gut gemacht!“ lobt Feuerwehrarzt Dr. Martin Terstesse die Notfallhelfer. „Das machen wir gleich noch einmal.“ Der Notfall war nur simuliert und Teil der Notfallhelferausbildung der Delbrücker Feuerwehr. Mehr als 60 Stunden Unterricht haben die Feuerwehrleute hinter sich und sind nun vorbereitet auf fast jede Notsituation. „Wir beginnen dieses Spezialtraining mit einer Botschaft, die auch für jeden normalen Bürger gilt“, erklärt Dr. Martin Terstesse, einer der leitenden Notärzte im Kreis Paderborn. „Niemand soll in einer Notsituation Angst haben, etwas falsch zu machen. Jeder kann mit einfachen Mitteln helfen. Das heißt, den Patienten richtig lagern, mit einer Decke die Körperwärme erhalten und ihm mit beruhigenden Worten Mut machen.“

Die neuen Notfallhelfer der Delbrücker Feuerwehr haben darüber hinaus gelernt, bei Verbrennungen, Knochenbrüchen, allergischen Schockreaktionen und Herz-Kreislaufnotfällen qualifiziert erste Hilfe zu leisten, bis der Notarzt eintrifft. Gut 100 Stunden haben die Notfallhelfer in Ihre Ausbildung investiert. „Am schwierigsten war die Theorie“, findet Feuerwehrfrau Ulrike Ringkamp.“ Neben dem Unterricht hatten wir jede Menge Hausaufgaben. Ich habe mehr als 20 Seiten mit medizinischen Fachbegriffen schriftlich ausgearbeitet.“ Ulrike Ringkamp war vor zehn Jahren die erste Feuerwehrfrau in Delbrück. Für alle Lehrgangsteilnehmer, die meisten selber Eltern, besonders interessant das Thema: Wie helfe ich Kindern in Notfällen? Hier leitete ein Kinderarzt die Ausbildung. Aber auch mit Tod und Sterben während eines Einsatzes mussten sich die Ersthelfer zusammen mit einen Feuerwehrseelsorger beschäftigen. „Eigentlich ein sehr schönes Thema, aber für unsere Feuerwehrmänner etwas gewöhnungsbedürftig, ist die Geburtshilfe, wenn es eine werdende Mutter nicht mehr rechtzeitig schafft, ins Krankenhaus zu kommen“, schmunzelt Feuerwehrarzt Dr. Martin Terstesse. „Da waren unsere Feuerwehrfrauen klar im Vorteil.“

Die neuen Notfallhelfer der Feuerwehr haben in den Delbrücker Ortsteilen künftig eine 24 stündige Bereitschaft. Sie sind an jedem Standort mit einem Erste-Hilfe-Koffer, einem Defibrillator, Absaugeinrichtungen und Geräten zur Sauerstoffbeatmung ausgestattet. Ziel ist es, dass bei jedem Notfall zwei bis drei ausgebildete Helfer zum Einsatz kommen, bis der Notarzt eintrifft. „Auch in den kommenden Jahren wird die „Notfallhelfer-Familie“ der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück weiter wachsen, zum Wohle der Bürger unserer Stadt“, so Lehrgangsleiter Dr. Martin Terstesse.

23 neue Notfallhelfer haben Feuerwehrarzt Dr. Martin Terstesse und ärztliche Kollegen in Delbrück ausgebildet. Die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück sind nun qualifiziert bei den meisten medizinischen Notfällen zu helfen, bis der Notarzt eintrifft.

Ulrike Ringkamp: „Ich bin gespannt auf meinen ersten echten Einsatz. An den Notfallhelfer-Lehrgang haben mir besonders die praktischen Übungen Spaß gemacht. Etwas mühsam war der Theorieunterricht. Vor allem die vielen medizinischen Fachbegriffe. Am meisten hat mich als Mutter das Thema Kindernotfälle interessiert.“

Volker Puls: „Mit den Hausaufgaben, dem Lesen von Fachliteratur und dem Unterricht habe ich mindestens 100 Stunden in die Notfallhelferausbildung investiert. Nun kann ich nicht nur meinen Nachbarn in Notsituationen helfen, auch meine Familie profitiert von meinen neuen Fachkenntnissen. Klar dass mich als Vater der Bereich Kinderunfälle, hier insbesondere Verbrennungen und Verätzungen, interessiert hat.“

Maik Achtzehn: „Ich mache schon regelmäßig Erste Hilfe Ausbildungen während Übungsveranstaltungen des Reservistenverbandes. Aber dieser Lehrgang war wirklich intensiv und voll gepackt mit medizinischem Fachwissen. Ich denke, ich habe einen großen Fortschritt gemacht. Das kann auch meiner Familie in Notfällen helfen.

Gruppenfoto: Die Notfallhelfer-Familie der Delbrücker Feuerwehr wächst. 23 neue Ersthelfer haben jetzt die Prüfung bestanden und stehen den Bürgern rund um die Uhr in Notfällen zur Seite bis der Notarzt die Versorgung übernehmen kann.