5. August 2007

Kanufahrer können gezielt Hilfe rufen

Schilder helfen in Unglücksfällen

Mit Hilfe der neuen Hinweisschilder an den Lippebrücken, hofft die Feuerwehr im Falle eines Falles möglichst genau Ortsangaben zu erhalten. Beim Anbringen des letzten Schildes an der Heddinghauser Brücke dabei (v.li.): Wehrführer Reinhard Brand, sein Stellvertreter Alfons Heisener, Bentfelds Schützenkönig Hermann Josef Schulte, Ferdinand Greitemeier, ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins, Landrat Manfred Müller und die Kameraden Georg Schulze, Peter Marks und Meinolf Neiske vom Löschzug Bentfeld. Foto: Axel Langer.


Bericht: Westfälisches Volksblatt

Delbrück (kro/sis). Bei gutem Wetter ist auf der Lippe richtig viel Verkehr.
»Kanuten fahren dann im Fünf-Minuten-Takt auf dem Fluss«, sagt Wehrführer
Reinhard Brand. Dementsprechend häufig kommt es auch zu Notsituationen, sei
es, dass einem Kanuten übel wird und er Hilfe braucht, oder dass ein Boot
kentert und der Insasse vermisst wird.
Wenn dann der Rettungsdienst, die Polizei oder die Wasserrrettung der
Feuerwehr alarmiert werden sollen, hatten es die auswärtigen und auch die
ortskundigen Kanufahrer bislang schwer, zu beschreiben, wo die Hilfe
hinkommen soll. »Teilweise«, so der Chef der Feuerwehr Delbrück, »wussten
die Kanuten noch nicht einmal, auf welchem Fluss sie fahren.« Dieses Problem
hat die Freiwillige Feuerwehr jetzt behoben. Wer jetzt über den
Feuerwehr-Notruf 112 oder den Polizei-Notruf 110 Hilfe rufen will, kann
genau beschreiben, wo sich die Unglücksstelle befindet. Polizei,
Rettungsdienst und Feuerwehr greifen auf dieses Beschilderungssystem
gemeinsam zurück. Sechs Lippe-Brücken im Stadtgebiet sind nun namentlich
benannt. Das vorerst letzte Schild ist jetzt an der Heddinghauser Brücke angebracht worden.
Im gesamten Kreis Paderborn und darüber hinaus sind die Wasserretter der
Freiwilligen Feuerwehr Delbrück um Meinolf Neiske für ihre guten Ideen
bekannt. Schon die Beschilderung der Teiche und Baggerseen im Stadtgebiet
hat in der Region einige Nachahmer gefunden. Im Rahmen der Einweihung des
neuen Radweges entlang der Kreisstraße 3 zwischen Bentfeld und Heddinghausen
haben die engagierten Feuerwehrleute nun das sechste Brückenschild
angebracht.
Alleine im Stadtgebiet Delbrück ereignen sich auf der Lippe zwei bis drei
Unglücksfälle pro Jahr. Bei einem Notfall zu Wasser zähle jede Sekunde von
der Alarmierung bis zur Rettung eines Menschenlebens, sagt Reinhard Brand.
Am Brückengeländer der Landesstraße durch Boke konnten die Wasserretter
bislang noch kein Schild anbringen. »Der Landesbetrieb Straßenbau NRW duldet
nicht, dass an seinen Brücken Schilder oder ähnliches angebracht werden«, so
Brand. Der Stadtbrandinspektor hofft jetzt auf die Fürsprache des Landrats
Manfred Müller, der mit den Verantwortlichen des Bundeslandes
Nordrhein-Westfalen, die sich bislang noch gegen eine entsprechende
Hinweistafel wehren, Kontakt aufnehmen will.
Die Schilder hat die Feuerwehr Delbrück aus Spendengeldern finanziert. Von
Behördenseite habe es, so Reinhard Brand, leider keine finanzielle
Unterstützung gegeben.